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Architekturkritik und der Preis dafür

Jenny Keller | 26.04.2012 | gemeldet
Dr. Roman Hollenstein erhält den DBA-Preis für Architekturkritik

Der Bund Deutscher Architekten (DBA) vergibt den diesjährigen Preis für Architekturkritik an Roman Hollenstein, den langjährigen Redaktor beim Feuilleton der NZZ. Seit 1963 wird mit diesem Preis die Arbeit von Journalisten und Publizisten gewürdigt, die «die Gestaltung der gebauten Umwelt kritisch begleiten und ihre Bedeutung als wichtiges gesellschaftliches Moment einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.» Hollenstein ist der 16. Preisträger des DBA-Preises für Architekturkritik und reiht sich hinter Peter Sloterdijk ein, der den Preis 2009 entgegennehmen durfte. Für Hollenstein habe man sich wegen seiner sprachlichen Brillanz und seiner geistigen Anregung entschieden, und weil sich seine Argumentation nicht auf das Vokabular der Architekturkritik beschränke, sondern grundlegende gesellschaftliche Einflüsse präzise aufspüre. Weiter heisst es in der Pressemitteilung des DBA: «Dank seiner klugen Wertungen ist die Architekturkritik in der NZZ gegenwärtig einer der wichtigsten Impulsgeber in der deutschsprachigen Zeitungslandschaft.»

Wir gratulieren dem Kollegen natürlich ganz herzlich und hoffen, der Preis führt zu weiteren anregenden Architekturkritiken im selben Blatt. Denn selbst hat man auch schon zu hören gekriegt, dass man den etwas negativen oder kritischen Satz am Ende eines Artikels doch weglassen möchte, da es doch keinen Sinn mache, über das Gebäude zu schreiben, wenn es am Ende doch nicht gut wegkomme. Und weitaus schlimmere Erfahrungen mussten die Kollegen von Hochparterre machen, die von den Architekten gleich selbst zensuriert wurden: Der Artikel von Ende letzten Jahres ist in diesem Zusammenhang äusserst lesenswert. jk

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