Ikonen ade?

13 Jahre nach Fertigstellung des Guggenheim-Museums in Bilbao wurde der Bau in einer von Vanity Fair durchgeführten Befragung unter gut 50 ExpertInnen zum wichtigsten Bauwerk der letzten 30 Jahre ernannt. Peter Zumthors Therme rangiert dort auf Platz 3 der meist genannten Bauten, während Herzog & de Meurons Bird's Nest in Peking offensichtlich unter den im 21. Jahrhundert erstellten Gebäuden zuoberst gesetzt ist. Die Ikone der Zeit nach der (klassischen) Moderne aber verkörpert das Guggenheim-Museum, somit erklärt das US-amerikanische Magazin die Ära seit 1980 denn auch zum «Age of Gehry». Doch nun scheint eine «neue» Zeit anzubrechen, folgt man jedenfalls dem Tenor der internationalen Berichterstattungen zur diesjährigen Biennale in Venedig (vgl. eMagazin 35|10 von letzter Woche). Von bisher kaum gekannter Munterkeit ist da die Rede, von Sinnlichkeit (hier), vom erfreulichsten der je besuchten Venezianer Biennale-Anlässe (hier) – oder immer wieder vom Umstand, dass es letztlich um die Menschen in den gebauten Räumen geht – gehen soll. ib


