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Geknickte Welle

hls Architekten haben kürzlich eine Wohnüberbauung mit Genossenschaftswohnungen in Zürich fertiggestellt. Matthias Hauenstein wählt drei Zeichnungen und drei Fotos und beantwortet unsere acht Fragen.
Ansicht vom Farbhof
Ansicht vom Farbhof
Was hat Sie an der Bauaufgabe am meisten interessiert?

Der Ersatzbau am Farbhof war für unser Büro die erste genossenschaftliche Siedlung, welche wir bauen konnten. Preisgünstiges, sowie verdichtetes Bauen in städtischem Kontext (Arealüberbauung) waren die Punkte von zentralem Interesse und führten für uns zu wichtigen neuen Erkenntnissen.


Wie würden Sie den durchlaufenen Entwurfsvorgang beschreiben?

Es war eine intensive Auseinandersetzung mit den Ansprüchen der Bauherrschaft, ohne den gesetzten Preisrahmen aus dem Blick zu verlieren. Wir haben mit sehr günstigen Baustoffen (z.B. Kunstofffenster und Ondapress-Welleternit-Platten) versucht eine spezifische Detaillierung zu erreichen, welche zu nachhaltigen, architektonisch ansprechenden und trotzdem günstigen Lösungen führt.
Situation und Erdgeschoss
Situation und Erdgeschoss
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Die städtebauliche Setzung der Volumen unter der Prämisse, die maximal mögliche Ausnutzung zu erreichen, war der Hauptgrund, weshalb wir den Wettbewerb gewinnen konnten. Diese Entwurfsidee haben wir beibehalten, und sie hat bis zur Fertigstellung unsere Entscheidungen bestimmt.


Haben aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, die Bauträgerschaft oder die Bedürfnisse der späteren NutzerInnen den Entwurf entscheidend beeinflusst?

Nein, der Entwurf war nach dem zweistufigen Wettbewerb sehr weit entwickelt. Es wurden danach nur noch kleinere Korrekturen am Wohnungsschlüssel und Programm gemacht.
Innenraum
Innenraum
Wie ist das Verhältnis des Entwurfs zum vollendeten Bauwerk? Gab es bedeutende Projektänderungen oder veränderte ein Lernprozess das architektonische Ziel?

Es gab nur noch Veränderungen im Detail. Das Programm ist weitblickend erstellt worden.


Wie bezieht sich das Bauwerk auf Eure anderen Entwürfe und gliedert es sich in die Reihe Eurer Werke?

Auf städtebaulicher Ebene fanden wir für uns zentrale Themen, die in nachfolgenden Entwürfen und Projekten für Wohnsiedlungen vertieft und weiter entwickelt wurden.
Aber auch die Auseinandersetzung mit preisgünstigem Wohnungsbau ist eine wertvolle Erfahrung, die in weiteren Arbeiten einfliesst.
Längsschnitt
Längsschnitt
Längsansicht
Längsansicht
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Nur in technischer Hinsicht. Es wurde versucht, nachhaltig zu bauen, aber im Low-Tech-Bereich zu bleiben. Diese Tendenz ist unserer Meinung nach nach wie vor bei vielen Bauherren und auch Architekten zu beobachten.


Stehen andere Projekte in Eurem Büro an, die von diesem Projekt in irgend einer Weise beeinflusst werden?

Ja, zwei preisgünstige Wohnsiedlungen in ähnlicher Grösse, die bei uns in Planung sind, sind wesentlich durch Erkenntnisse dieses Projektes beeinflusst.



Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Fassadendetail
Fassadendetail
Siedlung Hausäcker
2010

Zürich ZH

Bauherrschaft
Baugenossenschaft Graphika, Zürich

Auftragserteilung
Eingeladener Wettbewerb

Architektur
Hauenstein La Roche Schedler hls Architekten, Zürich

Fachplaner
Büro Thomas Boyle Bauingenieur, Zürich
Tobler Landschaftsarchitekten AG, Haldenstein GR
braune roth ag, Binz (Bauphysik)
Schmidiger + Rosasco AG, Zürich (Elektroplaner)
Hunziker & Urban Haustechnik AG, Zürich (Sanitärplaner)
Müller.Bucher Ingenieure FH, Zürich (HLKK-Planer)

Bauleitung
Streuli & Partner Architekten, Zürich

Gebäudekosten BKP 2
CHF 27.5 Mio. (BKP 1-5)

Gebäudevolumen
40'750 m3 (SIA 116)

Kubikmeterpreis
667 CHF/m3 (BKP 1-5)

Fotos
hls Architekten

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