Helle Halle für die Schule

Eine Laterne am Dorfeingang: die Turnhalle in der Nacht.

Fotos: Manuel Joss
In den USA entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche Holzbrücken mit Gitterträgern aus kurzen, leicht erhältlichen Balken und den immer gleichen Verbindungen. Die Architekten Mann und Capua Mann haben diese Technik aufgegriffen und bei einer Turnhallenerweiterung in Crassier angewandt. Ein Gitterträger überspannt ein 32- Meter-Panoramafenster. Die Besonderheit der Konstruktion wird auch für die Belichtung eingesetzt: Durch das geätzte Glas und das Gitter strömt Licht in die Halle und schafft mit der Holzverkleidung eine wohnliche Stimmung. «Jugendliche stehen dem Sport häufig ablehnend gegenüber, ein sinnliches Umfeld wirkt entspannend», erklären die Architekten. Dass die Konstruktion nicht wie die Vorbilder vor Ort zusammengesetzt, sondern in der Montagehalle vorgefertigt wurde, liegt am heute einfacheren Transport. Zudem gelingen so die anspruchsvollen Verbindungen mit Schrauben und Stahlverstärkungen viel genauer.
Thomas Jantscher
Das gefilterte Licht gibt der Turnhalle einen geradezu orientalischen Anstrich.
Die Doppelturnhalle ergänzt eine bestehende Anlage.
Erweitererung der Schulanlage
'Elisabeth de Portes'
2007

Crassier VD

Bauherr
Gemeinden Borex und Crassier

Architektur
Graeme Mann
und Patricia Capua Mann

Lausanne

Auftragsart
Wettbewerb 2004

Tragwerksplaner
AIC ingénieurs conseil
Lausanne

Anlagekosten
(BKP 1-9)
7,9 Mio

Gebäudekosten
(BKP 2/m3)
CHF 470.-