blue architects & Ruprecht Architekten haben kürzlich eine Sporthalle in Sargans fertiggestellt. Thomas Hildebrand und Rafael Ruprecht wählen drei Zeichnungen und vier Fotos und beantworten unsere fünf Fragen.
Aussenansicht
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Beim Entwurf für den öffentlichen Wettbewerb des Sportzentrums fragten wir uns, wie Nachhaltigkeit und Sinnlichkeit zu vereinen sind. Nachhaltigkeit wird heute praktisch immer mit Verzicht in Verbindung gebracht. Das spiegelt sich allzu oft in der Architektur. Wir denken, dass es an unserer Generation liegt, nachhaltige Architektur zu bauen, die auch begeistert. Das scheint uns gerade bei öffentlichen Bauten ein wichtiges Thema, da Nachhaltigkeit auch mit sozialer Akzeptanz, Identität und Langlebigkeit zu tun hat.
Beim Entwurf für den öffentlichen Wettbewerb des Sportzentrums fragten wir uns, wie Nachhaltigkeit und Sinnlichkeit zu vereinen sind. Nachhaltigkeit wird heute praktisch immer mit Verzicht in Verbindung gebracht. Das spiegelt sich allzu oft in der Architektur. Wir denken, dass es an unserer Generation liegt, nachhaltige Architektur zu bauen, die auch begeistert. Das scheint uns gerade bei öffentlichen Bauten ein wichtiges Thema, da Nachhaltigkeit auch mit sozialer Akzeptanz, Identität und Langlebigkeit zu tun hat.
Situation
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Alvar Aalto 1949-1952: Sporthalle in Otaniemi, Espoo.
Alvar Aalto 1949-1952: Sporthalle in Otaniemi, Espoo.
Innenansicht Sporthalle
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Da der Baugrund im ehemaligen Sumpfland des Rheins wenig tragfähig ist und die Pfählung des Vorgängerbaus übernommen werden sollte, lag es auf der Hand ein leichtes Baumaterial zu verwenden. Mit dem Entscheid das Gebäude aus Holz zu bauen, konnten nebst den Vorteilen der leichten Konstruktion auch die vielseitigen Ansprüche an Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung, kurze Bauzeit und eine Design-to-cost-Vorgabe weitgehend berücksichtigt werden.
Zum Thema Nachhaltigkeit einige Fakten:
Insgesamt wurden 2'500 m3 Rohholz verwendet, ein Volumen, das im Schweizer Wald in lediglich 3 Stunden 21 Minuten nachwächst. 63 Prozent des Holzes für die Sportanlage stammt aus Schweizer Wäldern, der Rest aus deutschen und österreichischen Baumbeständen. 94 Prozent des verwendeten Holzes wurde in der Schweiz vom Rohmaterial zu fertigen Produkten verarbeitet. Dies ist beachtlich, da in diesen Verarbeitungsprozessen der grösste Teil der ökonomischen Wertschöpfung stattfindet. Wir haben das an dem Beispiel der Brettschichtholzrahmen analysiert: Ein Kubikmeter Holz kostet im Sägewerk 160 Franken. Eine fertige Dreischichtplatte kostet pro Kubikmeter bereits 900 Franken, und der verleimte Holzträger schliesslich 1'400 Franken. Aus dieser Wertsteigerung vom Rundholz bis zu den fertigen Fabrikaten ergibt sich die beträchtliche lokale Wertschöpfung.
Da der Baugrund im ehemaligen Sumpfland des Rheins wenig tragfähig ist und die Pfählung des Vorgängerbaus übernommen werden sollte, lag es auf der Hand ein leichtes Baumaterial zu verwenden. Mit dem Entscheid das Gebäude aus Holz zu bauen, konnten nebst den Vorteilen der leichten Konstruktion auch die vielseitigen Ansprüche an Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung, kurze Bauzeit und eine Design-to-cost-Vorgabe weitgehend berücksichtigt werden.
Zum Thema Nachhaltigkeit einige Fakten:
Insgesamt wurden 2'500 m3 Rohholz verwendet, ein Volumen, das im Schweizer Wald in lediglich 3 Stunden 21 Minuten nachwächst. 63 Prozent des Holzes für die Sportanlage stammt aus Schweizer Wäldern, der Rest aus deutschen und österreichischen Baumbeständen. 94 Prozent des verwendeten Holzes wurde in der Schweiz vom Rohmaterial zu fertigen Produkten verarbeitet. Dies ist beachtlich, da in diesen Verarbeitungsprozessen der grösste Teil der ökonomischen Wertschöpfung stattfindet. Wir haben das an dem Beispiel der Brettschichtholzrahmen analysiert: Ein Kubikmeter Holz kostet im Sägewerk 160 Franken. Eine fertige Dreischichtplatte kostet pro Kubikmeter bereits 900 Franken, und der verleimte Holzträger schliesslich 1'400 Franken. Aus dieser Wertsteigerung vom Rundholz bis zu den fertigen Fabrikaten ergibt sich die beträchtliche lokale Wertschöpfung.
Innenansicht
Inwiefern haben die Bauträgerschaft oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Der Wettbewerb wurde vom Kanton St. Gallen mit einem definierten Budget ausgeschrieben. Insofern war es ein Design-to-cost-Projekt. Ohne das Engagement und die enge Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft, Ingenieuren und Handwerkern, wäre dieses Gebäude an den Kosten gescheitert. Durch diese Zusammenarbeit konnten wir jedoch innovative Lösungen finden und architektonische Ideen Schritt für Schritt in Form und Material umsetzen.
Der Wettbewerb wurde vom Kanton St. Gallen mit einem definierten Budget ausgeschrieben. Insofern war es ein Design-to-cost-Projekt. Ohne das Engagement und die enge Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft, Ingenieuren und Handwerkern, wäre dieses Gebäude an den Kosten gescheitert. Durch diese Zusammenarbeit konnten wir jedoch innovative Lösungen finden und architektonische Ideen Schritt für Schritt in Form und Material umsetzen.
Querschnitt
Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Uns interessiert auch in anderen Projekten die Frage, wie Traditionen und Handwerkspraktiken in moderne Fertigungstechniken transportiert werden können. Wir denken, dass darin noch viel architektonisches Potenzial liegt.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Uns interessiert auch in anderen Projekten die Frage, wie Traditionen und Handwerkspraktiken in moderne Fertigungstechniken transportiert werden können. Wir denken, dass darin noch viel architektonisches Potenzial liegt.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Sportzentrum Sargans
2012
Sargans SG
Auftragsart
Offener Wettbewerb
Bauherrschaft
Kanton St. Gallen, vertreten durch das Hochbauamt des Kanton St. Gallen
Architektur
blue architects & Ruprecht Architekten, Zürich
Eva Herren (Projektleiterin), Thomas Hildebrand, Rafael Ruprecht, Reto Giovanoli, Marcel Baumann, Massimo Della Corte, Katrin Pfäffli, Diana Zenklusen
Fachplaner
Bauingenieur Fundation Beton & Holzbau: Walt + Galmarini AG, Zürich
Bauingenieur Holzbau-Fassaden und Ausbauplanung: P. Jung Ingenieure für Holzbau, Rain
HLKS Konzeptplanung: Waldhauser Haustechnik, Münchenstein
Ausführungsplanung Heizung / Lüftung: Kalberer & Partner, Sargans
Ausführungsplanung Sanitär: Technoplan, Sargans
Elektroplanung: Inelplan, Walenstadt
Lichtplanung: Lichtblick, Möriken
Bauphysik: Stadlin Bautechnologie, Buchs
Bauleitung
Ghisleni Planen Bauen GmbH, Rapperswil
Gesamtkosten BKP 1-9
CHF 18.54 Mio.
Gebäudekosten BKP 2
CHF 15.30 Mio.
Gebäudevolumen
32’534 m3 (SIA 416)
Kubikmeterpreis
CHF 470/m3 (BKP2 / SIA 416)
Massgeblich beteiligte Unternehmer
Blumer Lehmann, Gossau
Auszeichnung
Nominiert für Prix Lignum
Fotos
Roman Keller, Zürich
2012
Sargans SG
Auftragsart
Offener Wettbewerb
Bauherrschaft
Kanton St. Gallen, vertreten durch das Hochbauamt des Kanton St. Gallen
Architektur
blue architects & Ruprecht Architekten, Zürich
Eva Herren (Projektleiterin), Thomas Hildebrand, Rafael Ruprecht, Reto Giovanoli, Marcel Baumann, Massimo Della Corte, Katrin Pfäffli, Diana Zenklusen
Fachplaner
Bauingenieur Fundation Beton & Holzbau: Walt + Galmarini AG, Zürich
Bauingenieur Holzbau-Fassaden und Ausbauplanung: P. Jung Ingenieure für Holzbau, Rain
HLKS Konzeptplanung: Waldhauser Haustechnik, Münchenstein
Ausführungsplanung Heizung / Lüftung: Kalberer & Partner, Sargans
Ausführungsplanung Sanitär: Technoplan, Sargans
Elektroplanung: Inelplan, Walenstadt
Lichtplanung: Lichtblick, Möriken
Bauphysik: Stadlin Bautechnologie, Buchs
Bauleitung
Ghisleni Planen Bauen GmbH, Rapperswil
Gesamtkosten BKP 1-9
CHF 18.54 Mio.
Gebäudekosten BKP 2
CHF 15.30 Mio.
Gebäudevolumen
32’534 m3 (SIA 416)
Kubikmeterpreis
CHF 470/m3 (BKP2 / SIA 416)
Massgeblich beteiligte Unternehmer
Blumer Lehmann, Gossau
Auszeichnung
Nominiert für Prix Lignum
Fotos
Roman Keller, Zürich
Jobs
Andreas Müller Architekten, Zürich
Streuli & Partner Architekten AG, Zürich
Calatrava Valls SA, Zürich
Calatrava Valls SA, Zürich
Stalder & Buol
Architektur GmbH, Zürich
Architektur GmbH, Zürich







