Lido Mythenaquai self service and restaurant
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Mediterranean summer in Zurich (Visualization: Lutz Koegler)
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Hibernation (Visualization: Lutz Koegler)
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Approach from the entrance (Visualization: Lutz Koegler)
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Panorama, seen from the lake (Visualization: Lutz Koegler)
Architect
damir masek gmbh
Dipl. Arch. ETH/SIA

Project
Lido Mythenaquai self service and restaurant
Zurich / Schweiz, 2010
Description
Open international competition, 7. prize of 138 participants

Konzept
Das Projekt setzt die bestehende Bebauung entlang dem Mythenquai fort. Die grössere Wiesenfläche entlang dem Zürichsee erhöht die Attraktion des Strandbades Mythenquai. Die dienenden Räume sind im Rücken des Projektes integriert. Dieser setzt den Lärmschutz zur Strasse fort und offeriert mediterrane Sitzmöglichkeiten der Mauer entlang. Die verglasten Schiebeelemente ermöglichen die optimierte Handhabung zum jeweiligen Aufkommen der Gäste. Der zusätzliche Aussencounter zum Mythenquai bindet auch die Laufkundschaft zur Landiwiese in den Betrieb mit ein. Selfservice und Küche präsentieren sich und ihr Angebot als offener, einladender Ort. Der Kunstbeitrag nützt die Flexibilität der Glasmembranen in der verdichteten und aufgefächerten Konstellation.

Materialisierung
Der weiss eingefärbte Sichtbeton mit mediterranem Flair transportiert inmitten der Natur den Charme und die Freiheiten des Sommers. Die glänzende Unterseite des Daches optimiert die Tageslichtsituation im gesamten Betrieb. Der Gästebereich Selfservice ist mit Massivholz Platane ausgekleidet.

Was kann unser Projekt
Es schützt vor Sonne und Hitze mit
• einer guten Situierung zwischen hohen Bäumen und viel Grün ums Haus
• einer gedämmten Dachkonstruktion mit einem U-Wert von 0.3 bis 0.4 W/m²K, welche die Hitze der Dachoberfläche draussen hält
• einer optimalen Querlüftung durch grossflächige Schiebefenster im Publikumsbereich und öffenbare Oberlichter in den Nebenräumen. Die
Durchströmung mit kühler Aussenluft zwischen den Bäumen führt die Wärme zuverlässig ab. Auch bei Windstille findet eine Durchlüftung durch thermischen Auftrieb statt
• einer grossen Masse des Bodens und der Decke. Dadurch steigt die Temperatur unter dem Dach nur sehr langsam an - es bleibt länger komfortabel. Nachts wird die Masse durch Querlüftung ausgekühlt.
• einem angenehmen Boden: Der Boden um den öffentlichen Bereich ist gut beschattet, dadurch kühl und mit seiner glatten Oberfläche barfuss sehr angenehm zu begehen.

Es spart Strom mit
• Einer effizienten Tageslichtnutzung durch fein verteilte, kleine Oberlichter mit grosser Lichtausbeute. Das Einschalten von künstlicher Beleuchtung wird stark minimiert.
• einer effizienten Wärmerückgewinnung aus den gewerblichen Kühlanlagen zur Wassererwärmung. Mit einer Solaranlage wird zusätzliche Wärme für Abwasch und Reinigung gratis erzeugt.
• einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, welche einen Teil des Strombedarfs decken kann.

Es ist nachhaltig durch
• einen effizienten Mitteleinsatz bei den Baumaterialien. Für das Dach wird ein Stahl-Skelettbau verwendet. Beton wird nur eingesetzt wo es Sinn macht aus Gründen der Robustheit und wegen der Speichermasse.
• saubere Trennung von Tragkonstruktion und Funktionsschichten. Dachhaut und Fenster lassen sich jederzeit auswechseln.
• geringen Unterhaltsaufwand: Die Mechanik der Fenster und der Oberlichter ist zum Beispiel sehr simpel und robust.
• eine einfache Trennbarkeit und gute Recyclingfähigkeit alle hochwertigen Komponenten aus Stahl, Glas, Beton etc.
• eine schöne Alterung: Die Oberflächen sind robust und einfach zu reinigen, sie altern schön und überstehen die Winterperioden problemlos

Parkkonzept
Das Strandbad Mythenquai liegt eingebunden in eine Kette von Freianlagen entlang des Seeufers, die ausgehend vom Bürkliplatz bis zur Landiwiese über den Seeuferweg miteinander verknüpft sind.

Drei lineare Zonen gliedern das parkartige Strandbad: Das Seeufer mit seinem Sandstrand, die grosszügige Liegewiese mit malerischem Baumbestand und die Zone verschiedener Badi-Nutzungen und -Angebote entlang der westlichen Grundstücksgrenze. Diese bestehende Gliederung wird aufgenommen und durch die Platzierung des neuen Kioskgebäudes gestärkt. Dabei wird der Rhythmus der bestehenden Gebäude aufgenommen.

Die drei Zonen werden über ein Rundwegesystem, den Mythen-Weg, miteinander verknüpft, wobei von den frei in der Wiese liegend konzipierten Spielbereichen respektvoller Abstand gehalten wird. Im Bereich des neuen Kioskgebäudes weitet sich der Mythen-Weg zum grosszügigen Aussensitzbereich, der durch die bestehenden Bäume angenehm beschattet wird und eine weite Aussicht auf Park und See bietet. Der bestehende Wasserspielplatz und die neuen in die vorhandene Rasenböschung integrierten „bunten Spielsteine“ sind für Eltern vom Aussensitzbereich aus gut einsehbar.

Die durch den Neubau wegfallenden Kinder-Umkleiden werden neu innerhalb der bestehenden Umkleidegebäude für Frauen und Männer als „Eltern-Kind-Umkleiden“ angeboten, um die Weite und Grosszügigkeit der Anlage erhalten zu können.
Der Seeuferweg wird angemessen verbreitert und neu geführt was die Ausweitung des einzigartigen Sandstrandes ermöglicht. Der Standort des ehemaligen Kioskgebäudes wird als Teil der grossen Liegewiese wiederhergestellt.

Baumbestand
Der bestehende geschützte Baumbestand wird erhalten. Im Bereich des Neubaus wird die Bodenplatte auf einen sickerfähigen Kieskoffer gesetzt, um den Wurzelbereich der Bestandsbäume zu schützen. In der Realisierung wird ein Baumschutzexperte hinzugezogen um situationsspezifisch auf den Bestand reagieren zu können.

Materialisierungskonzept
Drei Materialien prägen das Wegesystem:
Beige gefärbter Asphalt im Bereich des Seeuferweges und den bestehenden Gebäuden und eine ebenfalls beige, feinkörnige Chaussierung, die barfuss angenehm zu begehen ist. Beide Beläge geben dem Wegesystem ein einheitliches Erscheinungsbild mit mediterranem Flair. Wie Intarsien liegen die Ortbetonplatten des bestehenden Wasserspielbereiches und des neuen Gastro-Bereiches eingebunden in dieses Wegesystem.

Tragkonstruktion
Das Hauptdach ist zur Minimierung des Eigengewichtes und des Materialverbrauches als Stahl-Beton-Verbundkonstruktion mit oben angeordnetem Trägerrost konzipiert. Unter dem Trägerrost verläuft eine 8cm dünne Betonplatte mit geschalter, sichtbar bleibender Untersicht.
Insgesamt lagert das Dach lediglich auf sieben filigranen Stahlstützen auf, von denen nur seeseitig drei sichtbar sind, während die anderen vier über den Nebenräumen angeordnet sind. Indem diese Stützen mit Seilen diagonal verspannt werden, wird das Dach in horizontaler Richtung stabilisiert. Die rückwärtigen Nebenräume sowie die durchgehende Bodenplatte auf sickerfähigem Kieskoffer bestehen durchwegs aus Ortbeton.