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Ein Häuserstapel in Weil am Rhein: das Vitra Haus.

Fotos: zVg
Ein Häuserstapel in Weil am Rhein: das Vitra Haus.

Fotos: zVg
Das VitraHaus von Herzog & de Meuron auf dem Firmencampus in Weil am Rhein ist ein einziger, riesiger Showroom. Der Bau aus übereinander gestapelten Häuschen bietet der Home Collection des Möbelproduzenten eine Bühne. Selten finden Hülle und Inhalt, Symbol und Funktion zu einer derartigen Einheit — Merkmal gelungener Corporate Architecture.
Von drei Seiten gerät der dunkelgrau verputzte Bau in den Blick, fährt man von Basel her auf das Firmengelände, das zu einem neuen, wuchtigen Tor gekommen ist. Allein durch seine Ausmasse setzt das VitraHaus den benachbarten Gehry-Bau massstäblich ins Unrecht. Das fünfgeschossige Gebäude besteht aus zwölf kreuzweise übereinander geschichteten und ineinander geschobenen Hohlkörpern. Ihr Querschnitt entspricht einem wie von Kinderhand gezeichneten Häuschen mit Satteldach. Bündig zum Querschnitt schliessen Fensterflächen diese extrudierten Häuschen ab, die bis zu fünfzehn Meter auskragen und vorführen, was im Innern geschieht.
Der Häuserstapel erzeugt auch spannende Aussenräume.
Der Häuserstapel erzeugt auch spannende Aussenräume.
Der Weg führt an einem Ausstellungs- und einem Besprechungsraum vorbei auf einen mit Holz beplankten Hof. Er gibt durch einzelne Hausriegel hindurch den Blick in den Himmel frei. Im Eingangsgebäude haben sich Empfang, Shop und ein Café eingenistet. Das Haus erschliesst sich der Besucherin in einem Rundgang: Mit dem Lift fährt man in das vierte Obergeschoss und staunt über die erreichte Höhe. Stock für Stock kreiselt man über Wendeltreppen von Halbgeschoss zu Geschoss zurück ins Foyer und erschliesst sich so einen Rundumblick auf die Landschaft. Die unterschiedlich ausgerichteten Riegel kreuzen und durchschneiden sich zu pittoresken Ausblicken auf den Hof und auf benachbarte Riegel. Schnell hat man die Orientierung verloren.
Als wäre es von Kinderhand gezeichnet: der Querschnitt des Häuserstapels.
Als wäre es von Kinderhand gezeichnet: der Querschnitt des Häuserstapels.
Die durchgängige Materialisierung der Innenräume — sägerohe Eichendielen, weiss verputzte Wände, helle Vorhänge in der Dachschräge — stellt gerade so viel professionelle Wohnlichkeit her, wie ein Showroom verlangt. Und sie verschleift optisch die einzelnen Gebäudeteile miteinander, die als übereinander gestapelte Rohre konstruiert sind. An ihren Kreuzungspunkten entstehen skulpturale Räume, deren konstruktive Logik nicht mehr abgelesen werden kann. Orientierung bietet einzig die grosse Fensterfläche, die auch im Innern den Generalbass des Gebäudes hörbar macht: das Häuschen.
ME
Vitra Haus
2010
Weil am Rhein (D)

Bauherr
Vitra
Rolf Fehlbaum

Architektur
Herzog & de Meuron
Basel

Statik
zpf Ingenieure

Gebäudevolumen
22'755 m3

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