Wenn in Weiach im Zürcher Unterland auch jedes Jahr nur fünf, manchmal sieben Leute sterben, einen grösseren Friedhof brauchte es dennoch. Wie erweitert man ein Ensemble aus dem frühen 18. Jahrhundert – Kirche, Pfarrhaus, Nebengebäude und ummauerter Friedhof? Kuhn Truningers Antwort ist in allem anders als das Alte: in den Materialien und Farben, dem Licht, der Bepflanzung und dem <Gebrauch>. Sie legen das neue Grabfeld als Wiesenfriedhof an. Statt nacheinander in engen Reihen sollen die Gräber punktweise angelegt werden. Betonplatten mit eingelegten Bronzekreuzen unterbrechen die Streifen und sie dienen als Querverbindung. Paulownia (=Blauglockenbäume) kennzeichnen die drei Orte: die Wiesengräber, das Gemeinschaftsgrab und den Brunnen beim Eingang. Ein Zaun führt um das Feld. Je nach Sichtwinkel formen die Stelen eine Wand oder geben den Durchblick frei. Abends sind einige von abgeschirmten Bodenlampen angeleuchtet, ein warmes Licht und eine beinahe bühnenreife Stimmung erfasst den Ort. Im ländlichen Weiach wirkt die edle Gestaltung fragil – doch auch hier wohnen schliesslich immer mehr Städter. RM
Das <Foyer> zum neuen Grabfeld mit Brunnen und Blauglockenbaum. Wenn das Licht angeht, wird die Stimmung feierlich.
Fotos: Ralph Feiner
Fotos: Ralph Feiner
Der Friedhofszaun ist eine Anlehnung an die Zäune der ersten Friedhöfe und der umgebenden Dorfgärten.
Zwischen den Gräberstreifen dienen Betonplatten als Querverbindungen. In die Bronzekreuze sind Bibelworte geprägt.
Erweiterung
Friedhof Weiach
2004
Bauherrschaft
Gemeinde Weiach ZH
Landschaftsarchitektur
Kuhn Truninger
Landschaftsarchitekten
Zürich
Holzbau
Müller Sohn
Dällikon
Lichtplanung
Delux, Rolf Derrer
Zürich
Gesamtkosten
CHF 600000.–
Friedhof Weiach
2004
Bauherrschaft
Gemeinde Weiach ZH
Landschaftsarchitektur
Kuhn Truninger
Landschaftsarchitekten
Zürich
Holzbau
Müller Sohn
Dällikon
Lichtplanung
Delux, Rolf Derrer
Zürich
Gesamtkosten
CHF 600000.–
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