Zach+Zünd haben kürzlich eine Altersheimerweiterung in Effretikon fertiggestellt. Gundula Zach wählt eine Zeichnung und fünf Fotos und beantwortet unsere fünf Fragen.
Erweiterungsbau und Bestand mit Gartenzugang
Was hat Sie an der Bauaufgabe am meisten interessiert?
Zum einem auf der städtebaulichen Ebene: Die Erweiterung des bestehenden Altersheims in der Stadtmitte von Effretikon bedeutet eine Ausdehnung der grossen Volumen am Märtplatz in die kleinmasstäbliche, disperse Wohnbebauung dahinter. Diese Schnittstelle, der Gegensatz zwischen Grossbauten am Platz und den Wohnbauten im Grünen faszinierte uns.
Zum anderen auf der Ebene Raumprogramm: Uns interessierte den Aspekt des Wohnens in den Mittelpunkt zu stellen: Wohnatmosphäre statt Heimcharakter. Die Organisation der Individualräume der Betagten ähnlich einer Wohnung mit Essküche, Wohnzimmer und Loggia anstelle der Altersheimkonzepte mit langen Korridoren wurde zum Thema des Entwurfs.
Zum einem auf der städtebaulichen Ebene: Die Erweiterung des bestehenden Altersheims in der Stadtmitte von Effretikon bedeutet eine Ausdehnung der grossen Volumen am Märtplatz in die kleinmasstäbliche, disperse Wohnbebauung dahinter. Diese Schnittstelle, der Gegensatz zwischen Grossbauten am Platz und den Wohnbauten im Grünen faszinierte uns.
Zum anderen auf der Ebene Raumprogramm: Uns interessierte den Aspekt des Wohnens in den Mittelpunkt zu stellen: Wohnatmosphäre statt Heimcharakter. Die Organisation der Individualräume der Betagten ähnlich einer Wohnung mit Essküche, Wohnzimmer und Loggia anstelle der Altersheimkonzepte mit langen Korridoren wurde zum Thema des Entwurfs.
Das Foyer verbindet Erweiterungsbau und Bestand
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Der Neubau ist bewusst Ergänzung und Kontrast zum Altbau: Die Konzeption der Dualität - Altbau am Märtplatz und Neubau im Park - bricht das für die Stadtmitte von Effretikon sehr grosse Volumen des Alterszentrums mit zukünftig 155 Bewohnerinnen und Bewohnern auf, bringt es auf eine stadträumlich verträgliche Grösse und bindet den Neubau über differenzierte Aussenräume, Höfe und Terrassen in die Wohnumgebung ein.
Der Neubau ist bewusst Ergänzung und Kontrast zum Altbau: Die Konzeption der Dualität - Altbau am Märtplatz und Neubau im Park - bricht das für die Stadtmitte von Effretikon sehr grosse Volumen des Alterszentrums mit zukünftig 155 Bewohnerinnen und Bewohnern auf, bringt es auf eine stadträumlich verträgliche Grösse und bindet den Neubau über differenzierte Aussenräume, Höfe und Terrassen in die Wohnumgebung ein.
Grundriss Wohngruppen und Erdgeschoss
Haben aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, die Bauträgerschaft oder die Bedürfnisse der späteren NutzerInnen den Entwurf entscheidend beeinflusst?
Das Wohnen im Alter in all seinen Facetten ist ein aktuelles gesellschaftliches Thema. Die Altersheime sind in einem grundsätzlichen Veränderungsprozess. Das Eintrittsalter in Alters- oder Pflegeheime steigt und der Pflegeaufwand nimmt zu. Das Wohngruppensystem eröffnet Wege des betreuten Wohnens jenseits des spitalähnlichen Heimcharakters. Bei gleichzeitig optimaler Berücksichtigung aller Funktionen eines Pflegeheims wird die Wohnatmosphäre gestärkt. Wobei ein Vorteil im Raumprogramm der Erweiterung Alterszentrum Bruggwiesen in Effretikon bestand: Gegenüber den oft üblichen 14-16 Bewohnerinnen und Bewohnern pro Wohngruppe konnten wir mit nur 9 Zimmern eine Art Wohngemeinschaft entwickeln.
Das Wohnen im Alter in all seinen Facetten ist ein aktuelles gesellschaftliches Thema. Die Altersheime sind in einem grundsätzlichen Veränderungsprozess. Das Eintrittsalter in Alters- oder Pflegeheime steigt und der Pflegeaufwand nimmt zu. Das Wohngruppensystem eröffnet Wege des betreuten Wohnens jenseits des spitalähnlichen Heimcharakters. Bei gleichzeitig optimaler Berücksichtigung aller Funktionen eines Pflegeheims wird die Wohnatmosphäre gestärkt. Wobei ein Vorteil im Raumprogramm der Erweiterung Alterszentrum Bruggwiesen in Effretikon bestand: Gegenüber den oft üblichen 14-16 Bewohnerinnen und Bewohnern pro Wohngruppe konnten wir mit nur 9 Zimmern eine Art Wohngemeinschaft entwickeln.
Wohnküche
Wie ist das Verhältnis des Entwurfs zum vollendeten Bauwerk? Gab es bedeutende Projektänderungen oder veränderte ein Lernprozess das architektonische Ziel?
Trotz sehr langer Unterbrüche in der Planungsphase, - schon vor 8 Jahren wurde die Überarbeitung des Wettbewerbs für uns entschieden, - konnten wir das Wettbewerbsprojekt quasi unverändert bauen.
In vielen Nutzersitzungen erarbeiteten wir die Umsetzung im Detail. Die sehr anregende und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Künstler Jean Pfaff brachte wichtige Impulse für die äussere und innere Farbgebung, die sinnlich zu erfahren ist.
Die einzige wesentliche Veränderung brachte die Integration der Erweiterung der benachbarten Musikschule: Während des Vorprojekts erfuhren wir, dass ein Erweiterungsbau in dem Garten zwischen Alterszentrum und Musikschule vorgesehen war. Da mit diesem Gebäude der Stadtgarten nahezu vollständig überbaut worden wäre schlugen wir vor, den Ausbau der Musikschule in das Untergeschoss des Alterszentrums zu integrieren. Die gewünschte Nutzung der neuen Räume durch „laute“ Instrumente wie Schlagzeug u.ä. kam dieser Lage entgegen. Ein grosszügiger Zugang in direkter Verbindung mit der bestehenden Musikschule bringt Licht in das Foyer, das auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.
Trotz sehr langer Unterbrüche in der Planungsphase, - schon vor 8 Jahren wurde die Überarbeitung des Wettbewerbs für uns entschieden, - konnten wir das Wettbewerbsprojekt quasi unverändert bauen.
In vielen Nutzersitzungen erarbeiteten wir die Umsetzung im Detail. Die sehr anregende und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Künstler Jean Pfaff brachte wichtige Impulse für die äussere und innere Farbgebung, die sinnlich zu erfahren ist.
Die einzige wesentliche Veränderung brachte die Integration der Erweiterung der benachbarten Musikschule: Während des Vorprojekts erfuhren wir, dass ein Erweiterungsbau in dem Garten zwischen Alterszentrum und Musikschule vorgesehen war. Da mit diesem Gebäude der Stadtgarten nahezu vollständig überbaut worden wäre schlugen wir vor, den Ausbau der Musikschule in das Untergeschoss des Alterszentrums zu integrieren. Die gewünschte Nutzung der neuen Räume durch „laute“ Instrumente wie Schlagzeug u.ä. kam dieser Lage entgegen. Ein grosszügiger Zugang in direkter Verbindung mit der bestehenden Musikschule bringt Licht in das Foyer, das auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.
Wohnzimmer an der Loggia
Wie bezieht sich das Bauwerk auf Eure anderen Entwürfe und gliedert es sich in die Reihe Eurer Werke?
Jedes unserer Projekte ist ein Unikat, eine persönliche Interpretation von Ort und Aufgabe. Verbindend ist die gesellschaftliche Haltung, die grosse Bedeutung des öffentlichen Raums, das Engagement für die Nutzer, die Sinnlichkeit der Umsetzung. Gleichzeitig bedeutet jedes Projekt ein Erfahrungsgewinn, auf dem wir aufbauen und weiterforschen.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Jedes unserer Projekte ist ein Unikat, eine persönliche Interpretation von Ort und Aufgabe. Verbindend ist die gesellschaftliche Haltung, die grosse Bedeutung des öffentlichen Raums, das Engagement für die Nutzer, die Sinnlichkeit der Umsetzung. Gleichzeitig bedeutet jedes Projekt ein Erfahrungsgewinn, auf dem wir aufbauen und weiterforschen.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Erweiterung Alterszentrum Bruggwiesen
2010
Effretikon ZH
Bauherrschaft
Stadt Illnau-Effretikon und Gemeinde Lindau
Auftragserteilung
Offener Wettbewerb mit Präqualifikationsverfahren
Architektur und Bauleitung
zach+zünd architekten gmbh bsa sia, Zürich
Gundula Zach, Michel Zünd, Corinne Zumstein, Franziska Irniger, Olivier Huber, Dominic Straller, Antje Rijpstra, Stefan Rist, Christian Ernst
Wettbewerb: Daniel Schweizer
Überarbeitung Wettbewerb: Irène Kessler, Philippe Roggo
Fachplaner
Statik Neubau: Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG, Zürich
Statik Altbau: Edy Toscano AG Engeneering & Consulting, Zürich
Elektro: GODE AG Ingenieurgesellschaft für Elektrotechnik, Zürich
HLK: Hochstrasser Glaus & Partner Consulting AG, Zürich
Sanitär/Koordination: Ingenieurbüro Fanta, Oetwil am See
Landschaft: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Lichtplanung: EE-Design GmbH - Lichtprojekte, Basel
Bauphysik, Akustik: BAKUS Bauphysik & Akustik Gmbh, Zürich
Fassade: Mebatech AG, Baden
Küche/Wäscherei: Ingenieurbüro für Haustechnik Dieter Pfeffer, Zürich
Bühne: Bühnenplanung Nerlich, Uetliburg
Kunst-am-Bau
Jean Pfaff, Ventallo (Girona) – Spanien
Farbgestaltung und Raum der Stille
Gebäudekosten BKP 2
31.3 Mio.
Gebäudevolumen
36'500 m3 (SIA 416)
Kubikmeterpreis
860 CHF/m3 (SIA 416)
Energiestandard
Minergie
Fotos
Heinrich Helfenstein
2010
Effretikon ZH
Bauherrschaft
Stadt Illnau-Effretikon und Gemeinde Lindau
Auftragserteilung
Offener Wettbewerb mit Präqualifikationsverfahren
Architektur und Bauleitung
zach+zünd architekten gmbh bsa sia, Zürich
Gundula Zach, Michel Zünd, Corinne Zumstein, Franziska Irniger, Olivier Huber, Dominic Straller, Antje Rijpstra, Stefan Rist, Christian Ernst
Wettbewerb: Daniel Schweizer
Überarbeitung Wettbewerb: Irène Kessler, Philippe Roggo
Fachplaner
Statik Neubau: Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG, Zürich
Statik Altbau: Edy Toscano AG Engeneering & Consulting, Zürich
Elektro: GODE AG Ingenieurgesellschaft für Elektrotechnik, Zürich
HLK: Hochstrasser Glaus & Partner Consulting AG, Zürich
Sanitär/Koordination: Ingenieurbüro Fanta, Oetwil am See
Landschaft: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Lichtplanung: EE-Design GmbH - Lichtprojekte, Basel
Bauphysik, Akustik: BAKUS Bauphysik & Akustik Gmbh, Zürich
Fassade: Mebatech AG, Baden
Küche/Wäscherei: Ingenieurbüro für Haustechnik Dieter Pfeffer, Zürich
Bühne: Bühnenplanung Nerlich, Uetliburg
Kunst-am-Bau
Jean Pfaff, Ventallo (Girona) – Spanien
Farbgestaltung und Raum der Stille
Gebäudekosten BKP 2
31.3 Mio.
Gebäudevolumen
36'500 m3 (SIA 416)
Kubikmeterpreis
860 CHF/m3 (SIA 416)
Energiestandard
Minergie
Fotos
Heinrich Helfenstein
Jobs
Perolini Baumanagement AG, Zürich
Perolini Baumanagement AG, Zürich
Perolini Baumanagement AG, Zürich
b+p baurealisation ag, Zürich, Basel, St. Gallen
Demuth Hagenmüller & Lamprecht Architekten, Zürich






