Schneider Studer Primas haben kürzlich eine Alterssiedlung in Zürich fertiggestellt. Franziska Schneider, Jens Studer und Urs Primas wählen drei Zeichnungen und drei Fotos und beantworten unsere sechs Fragen.
Balkonschicht als Kommunikationszone
Was hat Sie an der Bauaufgabe am meisten interessiert?
Wir wollten dem schweren und rigiden Haus Leichtigkeit und Verspieltheit mitgeben. Allerdings suchten wir weniger den Gegensatz von Neuem und Bestehendem, sondern eher eine Überlagerung: Aussen umhüllt das neue Balkongerüst die bestehende Fassade wie ein durchscheinendes Kleid. Innen durchdringen frei interpretierbare Wohnungsfiguren mit Schiebe- und Klapptüren den regelmässigen Schottenbau.
Wir wollten dem schweren und rigiden Haus Leichtigkeit und Verspieltheit mitgeben. Allerdings suchten wir weniger den Gegensatz von Neuem und Bestehendem, sondern eher eine Überlagerung: Aussen umhüllt das neue Balkongerüst die bestehende Fassade wie ein durchscheinendes Kleid. Innen durchdringen frei interpretierbare Wohnungsfiguren mit Schiebe- und Klapptüren den regelmässigen Schottenbau.
Situationsplan
Wie würden Sie den durchlaufenen Entwurfsvorgang beschreiben?
Wir haben uns mit Versuchen und Irrtümern an die Möglichkeiten und Grenzen des bestehenden Baus herangetastet und ihn mit der Zeit immer besser kennengelernt.
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Das T-förmige Gebäude richtet sich nicht allein auf den Zürichsee oder auf die Strasse, sondern begrenzt drei unterschiedliche Freiräume. Wir haben versucht, diese allseitige Orientierung zu stärken. Der nordöstliche Vorbereich glich ursprünglich eher einem Hinterhof. Dort wurde die Laubengangschicht zur bewachsenen Vorgartenzone und der Parkplatz zum von Krippe und Hort gemeinsam genutzten Spielhof.
Wir haben uns mit Versuchen und Irrtümern an die Möglichkeiten und Grenzen des bestehenden Baus herangetastet und ihn mit der Zeit immer besser kennengelernt.
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Das T-förmige Gebäude richtet sich nicht allein auf den Zürichsee oder auf die Strasse, sondern begrenzt drei unterschiedliche Freiräume. Wir haben versucht, diese allseitige Orientierung zu stärken. Der nordöstliche Vorbereich glich ursprünglich eher einem Hinterhof. Dort wurde die Laubengangschicht zur bewachsenen Vorgartenzone und der Parkplatz zum von Krippe und Hort gemeinsam genutzten Spielhof.
Dusche und WC verschwinden hinter Klapptüren
Haben aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, die Bauträgerschaft oder die Bedürfnisse der späteren NutzerInnen den Entwurf entscheidend beeinflusst?
Unsere Alterswohnungen richten sich an eine experimentierfreudige und engagierte Generation. Flexibel interpretierbare Wohnungen, Aussenräume, welche sowohl Kommunikation wie auch Rückzug ermöglichen, und eine gewisse Rohheit in der Materialisierung entsprechen diesem Selbstverständnis. Weil viele Leute mit zunehmendem Alter immer mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, haben wir uns besonders mit der räumlichen Qualität der Wohnungen und der Aufenthalts- und Begegnungsqualität der Balkone und Laubengänge auseinandergesetzt.
Unsere Alterswohnungen richten sich an eine experimentierfreudige und engagierte Generation. Flexibel interpretierbare Wohnungen, Aussenräume, welche sowohl Kommunikation wie auch Rückzug ermöglichen, und eine gewisse Rohheit in der Materialisierung entsprechen diesem Selbstverständnis. Weil viele Leute mit zunehmendem Alter immer mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, haben wir uns besonders mit der räumlichen Qualität der Wohnungen und der Aufenthalts- und Begegnungsqualität der Balkone und Laubengänge auseinandergesetzt.
Grundriss Regelgeschoss
Wie ist das Verhältnis des Entwurfs zum vollendeten Bauwerk? Gab es bedeutende Projektänderungen oder veränderte ein Lernprozess das architektonische Ziel?
Die zentralen Entwurfsthemen und die Wohnungsgrundrisse haben sich auf der Grundlage des Wettbewerbsprojekts kontinuierlich weiterentwickelt. Dagegen hat die Gerüststruktur der Balkone und Laubenganggeländer im Verlauf der Arbeit grundlegende Überarbeitungen erfahren. Im Vergleich zur Wettbewerbsperspektive sind wir schlussendlich - nicht zuletzt aus statischen Gründen - bei einem viel filigraneren Bild gelandet.
Die zentralen Entwurfsthemen und die Wohnungsgrundrisse haben sich auf der Grundlage des Wettbewerbsprojekts kontinuierlich weiterentwickelt. Dagegen hat die Gerüststruktur der Balkone und Laubenganggeländer im Verlauf der Arbeit grundlegende Überarbeitungen erfahren. Im Vergleich zur Wettbewerbsperspektive sind wir schlussendlich - nicht zuletzt aus statischen Gründen - bei einem viel filigraneren Bild gelandet.
Schnitt
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Wir mussten die knappen Budgetvorgaben der Wohnbauförderung einhalten, da die Stiftung Alterswohnungen auch im Zürcher Seefeld preisgünstige Wohnungen anbieten möchte. Gleichzeitig strebte man einen minimalen Heizenergiebedarf und eine grosse räumliche Qualität der knapp bemessenen Wohnungen an. Im Wohnungsbau begegnen wir heute immer öfter der Herausforderung, solche zum Teil gegenläufigen Anforderungen unter einen Hut zu bringen.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Wir mussten die knappen Budgetvorgaben der Wohnbauförderung einhalten, da die Stiftung Alterswohnungen auch im Zürcher Seefeld preisgünstige Wohnungen anbieten möchte. Gleichzeitig strebte man einen minimalen Heizenergiebedarf und eine grosse räumliche Qualität der knapp bemessenen Wohnungen an. Im Wohnungsbau begegnen wir heute immer öfter der Herausforderung, solche zum Teil gegenläufigen Anforderungen unter einen Hut zu bringen.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Alterssiedlung Dufourstrasse
2010
Zürich ZH
Bauherrschaft
Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, Zürich
Auftragserteilung
Offener Wettbewerb mit Präqualifikationsverfahren
Architektur
Schneider Studer Primas GmbH, Zürich
Projektleitung: Ladina Esslinger, Susanne Kohte
Fachplaner
Landschaftsarchitektur: Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich
Projektleitung: Susanne Büttner
Statik: APT Ingenieure GmbH, Zürich
Projektleitung: Andreas Lutz
Heizung Lüftung Sanitär Elektro: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur
Projektleitung: Michael Lippuner
Bauphysik: BWS Bauphysik AG, Winterthur
Projektleitung: Christoph Keller
Bauleitung
Baumanagement (Kosten / Bauleitung): BGS Architekten GmbH, Rapperswil, SG
Bauleitung: Jörg Scherrer, Gundula Hartwig
Gebäudekosten BKP 2
CHF 13.2 Mio.
Gebäudevolumen
16565 m3 (SIA 416)
Kubikmeterpreis
797 CHF / m3 (BKP2 / SIA 416)
Energiestandard
Heizwärmebedarf < 60% des Grenzwertes für Umbauten
Fotos
Andrea Helbling (arazebra)
2010
Zürich ZH
Bauherrschaft
Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, Zürich
Auftragserteilung
Offener Wettbewerb mit Präqualifikationsverfahren
Architektur
Schneider Studer Primas GmbH, Zürich
Projektleitung: Ladina Esslinger, Susanne Kohte
Fachplaner
Landschaftsarchitektur: Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich
Projektleitung: Susanne Büttner
Statik: APT Ingenieure GmbH, Zürich
Projektleitung: Andreas Lutz
Heizung Lüftung Sanitär Elektro: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur
Projektleitung: Michael Lippuner
Bauphysik: BWS Bauphysik AG, Winterthur
Projektleitung: Christoph Keller
Bauleitung
Baumanagement (Kosten / Bauleitung): BGS Architekten GmbH, Rapperswil, SG
Bauleitung: Jörg Scherrer, Gundula Hartwig
Gebäudekosten BKP 2
CHF 13.2 Mio.
Gebäudevolumen
16565 m3 (SIA 416)
Kubikmeterpreis
797 CHF / m3 (BKP2 / SIA 416)
Energiestandard
Heizwärmebedarf < 60% des Grenzwertes für Umbauten
Fotos
Andrea Helbling (arazebra)






