burkhalter sumi haben kürzlich einen Wohnungsbau in Zürich fertiggestellt. Yves Schihin wählt drei Zeichnungen und vier Fotos und beantwortet unsere vier Fragen.
Aussenansicht
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Die Siedlung «Sunnige Hof» der Architekten Sauter und Dirler aus dem Jahre 1953 ist ein typisches Beispiel der Stadterweiterung Zürichs nach dem Ideal der Gartenstadt der 50er Jahre. Drei- bis fünfgeschossige, schmale, gestaffelte Wohnbauten bilden eine lockere Abfolge hofartiger Aussenräume mit pittoresken Durchblicken. Zusammengehalten wird die Anlage durch den «grünen Teppich» mit dem eindrücklichen Baumbestand.
Die Wohnungen sind aus heutiger Sicht klein (60-70m2). Sechs Häuser werden deshalb abgebrochen und durch sechs bullige Neubauten mit grosszügigen Familienwohnungen ersetzt. Die Idee der Gartenstadt wird weitergetragen und der schöne Baumbestand grösstenteils belassen.
Die Siedlung «Sunnige Hof» der Architekten Sauter und Dirler aus dem Jahre 1953 ist ein typisches Beispiel der Stadterweiterung Zürichs nach dem Ideal der Gartenstadt der 50er Jahre. Drei- bis fünfgeschossige, schmale, gestaffelte Wohnbauten bilden eine lockere Abfolge hofartiger Aussenräume mit pittoresken Durchblicken. Zusammengehalten wird die Anlage durch den «grünen Teppich» mit dem eindrücklichen Baumbestand.
Die Wohnungen sind aus heutiger Sicht klein (60-70m2). Sechs Häuser werden deshalb abgebrochen und durch sechs bullige Neubauten mit grosszügigen Familienwohnungen ersetzt. Die Idee der Gartenstadt wird weitergetragen und der schöne Baumbestand grösstenteils belassen.
Situation
Inwiefern haben die Bauträgerschaft oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Der Entscheid, nur einen Teil der bestehenden Siedlung abzubrechen und diesen durch wirtschaftlich und energetisch effiziente Ersatzneubauten zu ersetzen wurde schon früh durch die Bauherrschaft gefällt. Die konzentrierte Nachverdichtung erfolgt ausschliesslich im hinteren Bereich und will günstigen Wohnraum für Familien schaffen. Der Rest des Bestandes wird sanft saniert (Fensterersatz) und danach vorwiegend durch jüngere und ältere kinderlose Paare bewohnt. Altbausanierung und Neubau bedingen sich also gegenseitig (soziale Nachhaltigkeit).
Der Entscheid, nur einen Teil der bestehenden Siedlung abzubrechen und diesen durch wirtschaftlich und energetisch effiziente Ersatzneubauten zu ersetzen wurde schon früh durch die Bauherrschaft gefällt. Die konzentrierte Nachverdichtung erfolgt ausschliesslich im hinteren Bereich und will günstigen Wohnraum für Familien schaffen. Der Rest des Bestandes wird sanft saniert (Fensterersatz) und danach vorwiegend durch jüngere und ältere kinderlose Paare bewohnt. Altbausanierung und Neubau bedingen sich also gegenseitig (soziale Nachhaltigkeit).
Innenansicht
Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?
Die sechs Solitäre waren ursprünglich eckig geplant. Erst in einer späteren Überarbeitung haben wir die Ecken abgerundet und die Brüstung des Balkons mit dem Panoramafenster der Stirnen verbunden. Das Durchfliessen des parkähnlichen Freiraumes und die Durchsichten konnten so spürbar verstärkt und das Gefühl der Dichte (im Bereich der Ersatzneubauten ca 130%!) reduziert werden. Ebenso wurde die räumliche Grosszügigkeit der über Eck angeordneten Wohn-Ess-Situation im Innenraum markant gesteigert.
Die sechs Solitäre waren ursprünglich eckig geplant. Erst in einer späteren Überarbeitung haben wir die Ecken abgerundet und die Brüstung des Balkons mit dem Panoramafenster der Stirnen verbunden. Das Durchfliessen des parkähnlichen Freiraumes und die Durchsichten konnten so spürbar verstärkt und das Gefühl der Dichte (im Bereich der Ersatzneubauten ca 130%!) reduziert werden. Ebenso wurde die räumliche Grosszügigkeit der über Eck angeordneten Wohn-Ess-Situation im Innenraum markant gesteigert.
Querschnitte
Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Die Arbeit von burkhalter sumi zeichnet sich unter anderem als eine «recherche patiente» des Umganges mit Farbe aus. Im Sunnige Hof werden, im Kontrast zu den immer gleich hell verputzten Fassaden, bei den Fenstern starke Farben in der Tradition von Bruno Tauts Bauten in Berlin benutzt um Identitäten zu schaffen, architektonische Gemeinsamkeiten herauszuschälen oder Unterschiede wahrnehmbar zu machen. Drei konstituierende Elemente des Fensters (Storen, Fensterrahmen und umlaufende Gewände) werden in drei Farben (rot, blau, grün) gehalten. Erst auf den zweiten Blick stellt man fest, dass die farbigen Elemente pro Block unterschiedlich kombiniert werden. Die Elemente – und dadurch die Bauten – treten untereinander in einen Dialog. Der Betrachter wird im Sinne der Minimal Art angeregt, das Gesehene nochmals zu überdenken und eventuell neu zu ordnen... (You see what you see?)
Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Die Arbeit von burkhalter sumi zeichnet sich unter anderem als eine «recherche patiente» des Umganges mit Farbe aus. Im Sunnige Hof werden, im Kontrast zu den immer gleich hell verputzten Fassaden, bei den Fenstern starke Farben in der Tradition von Bruno Tauts Bauten in Berlin benutzt um Identitäten zu schaffen, architektonische Gemeinsamkeiten herauszuschälen oder Unterschiede wahrnehmbar zu machen. Drei konstituierende Elemente des Fensters (Storen, Fensterrahmen und umlaufende Gewände) werden in drei Farben (rot, blau, grün) gehalten. Erst auf den zweiten Blick stellt man fest, dass die farbigen Elemente pro Block unterschiedlich kombiniert werden. Die Elemente – und dadurch die Bauten – treten untereinander in einen Dialog. Der Betrachter wird im Sinne der Minimal Art angeregt, das Gesehene nochmals zu überdenken und eventuell neu zu ordnen... (You see what you see?)
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Genossenschaftssiedlung Sunnige Hof
2012
Zürich ZH
Auftragsart
Wettbewerb 1. Preis
Bauherrschaft
Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof, Zürich
Architektur
burkhalter sumi architekten, Zürich
Marianne Burkhalter, Christian Sumi, Yves Schihin, Aret Tavli (PL), Kirsten Alda (PL), Barbara Ruppeiner, Ivo Bertolo
Fachplaner
Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich
Dr. Lüchinger + Meyer, Zürich
HL Technik, Zürich
Bakus, Zürich
Bauleitung
HRS AG, Zürich
Gebäudekosten BKP 2
CHF 43 Mio.
Gebäudevolumen
78’000m3 (ober- und unterirdisch)
Kubikmeterpreis
CHF 550.-/m3 (BKP2)
Energiestandard
Minergie
Kunst am Bau
Beat Zoderer, Wettingen
Massgeblich beteiligte Unternehmer
Baumeister: Anliker AG, Emmenbrücke
Fenster: Baumgartner AG, Hagendorn
Aussenwärmedämmung verputzt: Rocco Piccinni AG, Uster
Küchen/allg. Schreinerarbeiten: Kocherhans AG, Kreuzlingen
Parkett: Lenzlinger Söhne AG, Nänikon
Plattenarbeiten: Peterer Natursteine AG, St. Gallen
Gärtner: GGZ Gartenbau, Zürich
Fotos
Heinz Unger, Schlieren
2012
Zürich ZH
Auftragsart
Wettbewerb 1. Preis
Bauherrschaft
Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof, Zürich
Architektur
burkhalter sumi architekten, Zürich
Marianne Burkhalter, Christian Sumi, Yves Schihin, Aret Tavli (PL), Kirsten Alda (PL), Barbara Ruppeiner, Ivo Bertolo
Fachplaner
Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich
Dr. Lüchinger + Meyer, Zürich
HL Technik, Zürich
Bakus, Zürich
Bauleitung
HRS AG, Zürich
Gebäudekosten BKP 2
CHF 43 Mio.
Gebäudevolumen
78’000m3 (ober- und unterirdisch)
Kubikmeterpreis
CHF 550.-/m3 (BKP2)
Energiestandard
Minergie
Kunst am Bau
Beat Zoderer, Wettingen
Massgeblich beteiligte Unternehmer
Baumeister: Anliker AG, Emmenbrücke
Fenster: Baumgartner AG, Hagendorn
Aussenwärmedämmung verputzt: Rocco Piccinni AG, Uster
Küchen/allg. Schreinerarbeiten: Kocherhans AG, Kreuzlingen
Parkett: Lenzlinger Söhne AG, Nänikon
Plattenarbeiten: Peterer Natursteine AG, St. Gallen
Gärtner: GGZ Gartenbau, Zürich
Fotos
Heinz Unger, Schlieren
Jobs
Andreas Müller Architekten, Zürich
Streuli & Partner Architekten AG, Zürich
Calatrava Valls SA, Zürich
Calatrava Valls SA, Zürich
Stalder & Buol
Architektur GmbH, Zürich
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