Migros Klubschule „Alte Kaserne&ldquo
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Architect
Alberati Architekten AG
dipl. Arch. ETH SIA SWB

Project
Migros Klubschule „Alte Kaserne&ldquo
Zofingen / Schweiz, 2001
Description
Das markante Gebäude an der Hinteren Hauptgasse wurde 1697 als Kornhaus in die Ringmauer der Stadt eingebaut. Zur Kaserne umgebaut, diente es ab 1859 als Gewehränderungs-Werkstätte und ab 1885 der Büchsenmacher-Rekrutenschule als eidg. Gewehrmagazin und Feuerwehrlokal. Da das Gebäude seine Funktionen verloren hatte, konnte es einer grundlegenden Renovation unterzogen und für den Bedarf der Erwachsenenbildung ausgebaut werden. Die Bauarbeiten sollten möglichst zurückhaltend und unter grösstmöglicher Rücksichtnahme auf die wertvolle Bausubstanz erfolgen. Ein Grossteil der Bauelemente war flexibel zu konstruieren, so dass auch spätere Nutzungsänderungen ohne tiefgreifende Eingriffe erfolgen können.

Gemäss ursprünglichem Ausbaukonzept sollte nicht nur die äussere Gebäudehülle, sondern auch die gesamte innere Holztragkonstruktion erhalten bleiben. Das Grundrisslayout berücksichtigte denn auch die doppelte Holzkollonade, mit ihren auf mächtigen Konsolen ruhenden Unterzügen, auf denen die durchgehenden Balkenlagen enormer Dimension ruhten, als integrierenden Bestandteil und konstituierendes Element. Schon die ersten Sondierungsarbeiten zeigten jedoch schwere Schäden am Holzwerk. Insbesondere die in den Aussenmauern eingebauten Schwellen und die darauf aufliegenden Balkenköpfe waren durchwegs völlig verfault. Eine grundlegende und äusserst gründliche Prüfung sämtlicher heute möglichen ingenieurtechnischen Sanierungsmethoden konnte keine Rettung der alten Tragstruktur aufzeigen. Gezwungenermassen mussten in der Folge neue Decken eingezogen werden. Die neue statische Struktur leitet die Kräfte in Anlehnung an das alte Tragwerk über zwei innere Stützenreihen und die gesunden Außenwände ab. Im Übrigen sind nur der stabilisierende Liftkern, die Sanitäreinheiten und die Installationsstränge im Zentrum als feste Bestandteile in die Tragstruktur eingebunden. Alle übrigen Ausbauten inkl. Trennwände sind flexibel ausgebildet und können Nutzungsänderungen frei angepasst werden.

Das Erscheinungsbild der ‘Alten Kaserne’ war schon vor dem Umbau Resultat zahlreicher baulicher Eingriffe und Anpassungen an jeweilige Nutzungsänderungen. Ein Rückbau in einen Urzustand konnte daher nicht in Betracht gezogen werden. Das heterogene Bild, das die geschichtliche Entwicklung des Gebäudes abzeichnete, sollte erhalten bleiben. Nur kleine Eingriffe, die tendenziell eher eine Schliessung der Fassaden bedeuteten, wurden im Zusammenhang und in Übereinstimmung mit der inneren Struktur realisiert. Auf historizierende Ergänzungen nicht belegter alter Bauteile wurde verzichtet. Auf diese Weise wurde der in den Fassaden ablesbaren Geschichte ein weiteres Kapitel angefügt.

Die öffentliche Fussgängerpassage und der vorgelagerte Platz mit Brunnen binden das Gebäude ins städtische Geflecht ein. Auf vier mal gut 400 Quadratmeter wurde eine moderne Schule für Erwachsenenbildung eingebaut. Empfang mit Sekretariat und Büro, ergänzt mit einer Cafeteria und zwei Sälen für EDV-Schulung nehmen das Erdgeschoss ein.  Im ersten und zweiten Obergeschoss stehen gesamthaft 15 Schulzimmer zur Verfügung. Unter die sanierte, stolze Holzkonstruktion des offenen Dachstuhles wurden zwei Gymnastiksäle mit Garderoberäumlichkeiten eingebaut.