Als «rares Beispiel für originelles Bauen in Berlin» lobte es der Tagesspiegel: «Labels Berlin 2» ist eine der ersten greifbaren Taten von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Es setzt die politisch umstrittene und mittlerweile stattliche Reihe von Hauptquartieren der Musik und Modeszene namens «Mediaspree» im tiefen Osten Berlins fort. Hinter den olivgrünen Betonschürzen der Fassade setzen sich die Sinuskurven in zwei unterschiedlichen Breiten im Tragwerk fort. Sie bilden in der umlaufenden Fassade wie auch frei stehend im Innern Bögen ohne strukturelle Stringenz, aber nicht ohne Reiz. Vertreter des Einzelhandels schreiten über eine zentrale Wendeltreppe zu den Showrooms — etwas eiernd, denn die Treppe ähnelt im Grundriss einer AaltoVase, die auf jeder Etage gedreht wird. Von dort blickt man durch Glas in die mit schrägen Wänden abgeteilten Räume verschiedener Modemarken. Nach einer Modenschau im Erdgeschoss fliesst der Schampus auf der Dachterrasse über der Spree und die Blicke schweifen über ein noch immer wildes Berlin.
Axel Simon
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