Bauen am linken Zürichseeufer, von manchen abschätzig <Pfnüselküste> genannt, stellt die Architekten vor das immer gleiche Problem: Die Sonne scheint nicht dort, wo der See liegt. Aussichtsreiche Balkone und Terrassen liegen also den grössten Teil des Tages im Eigenschatten des Hauses. Dies ist auf dem Grundstück zwischen der Alten Landstrasse und dem Pilgerweg in Thalwil nicht anders. Deshalb haben René Arndt und Thomas Geiger von Arndt Geiger Herrmann die Wohnungen in ihrem Mehrfamilienhaus-Neubau auf zwei Seiten hin geöffnet. Seeseits liegt der über Eck verglaste Wohnraum mit der eingezogenen Loggia. Dieser Raum zieht sich von Ost nach West quer durchs Haus bis an die Strasse. Hier holt ein grosses Fenster die Abendsonne in den Eingangsbereich und den Essplatz. Die Tragkonstruktion besteht aus Sichtbetondecken, pastellrot lasierten Betonscheiben und Chromstahlstützen. Das Haus ist innen gedämmt, was den Architekten erlaubte, die Fassade – Glas und Eternitpaneele – von den Deckenkanten einzurücken. Dadurch setzen sich die Innenräume auch aussen fort und die Betonplatten fassen die Aussicht auf den See und die gegenüberliegende Goldküste oben und unten. Auf den drei Normalgeschossen fanden sechs Wohnungen Platz, zuoberst liegt die Attikawohnung mit einer grossen Dachterrasse. WH
Die rot lasierten Betonscheiben prägen die Strassenseite. Hier wechseln sich die
Glasfronten mit den dunkelgrauen Eternitpaneelen ab.
Fotos: Ferit Kuyas
Glasfronten mit den dunkelgrauen Eternitpaneelen ab.
Fotos: Ferit Kuyas
Mehrfamilienhaus 2003
Alte Landstrasse 180
Thalwil
Architektur
Arndt Geiger Herrmann
Architekten und Innenarchitekten
Zürich
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