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Neue Schule im Quartier

BGS und Schulz-Girsberger haben kürzlich eine Schulhauserweiterung in St.Gallen fertiggestellt. Heinz Gmür und Holger Edbauer wählen drei Zeichnungen und vier Fotos und beantworten unsere acht Fragen.
Primarschule Schönenwegen
Primarschule Schönenwegen
Was hat Sie an der Bauaufgabe am meisten interessiert?

Von grossem Interesse war bei dieser Aufgabe, das spezielle Zusammenspiel mit der bestehenden Schulanlage zu lösen und Bestand sowie Neubau möglichst homogen zu einem neuen Ganzen verschmelzen zu lassen. Der Neubau soll eine logische Weiterführung der bestehenden Situation darstellen, nichtsdestotrotz auch durch seine prägnante Materialität und Bauform den aktuellen Eingriff aufzeigen.


Wie würden Sie den durchlaufenen Entwurfsvorgang beschreiben?

Der Prozess von Wettbewerb bis Baustart nahm eine vergleichsweise lange Zeit von 4 Jahren in Anspruch. Neben diversen Variantenstudien für die Umgebungsgestaltung war der Wegfall der zweiten Ausbauetappe in der Ausführung ein einschneidender Schnitt. Am Grundentwurf wurde jedoch keine tiefgreifende Änderung vorgenommen, was sich positiv auf die durchlaufende Konsistenz des Prozesses ausgewirkt hat.
Lageplan
Lageplan
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Die villenartige Baustruktur mit den Stadthäusern entlang der Zürcherstrasse begründete die städtebauliche Konzeption der alternierenden Bauten auf dem Schulareal.


Haben aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, die Bauträgerschaft oder die Bedürfnisse der späteren NutzerInnen den Entwurf entscheidend beeinflusst?

Die aktuelle Entwicklung der Schülerzahlen war unter anderem ein Grund zum Wegfall des Turmgebäudes, das bereits im Wettbewerb als 2. Etappe vorgesehen war. Baulich ist es jedoch durchaus möglich, die 2. Etappe zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen.
Innenansicht
Innenansicht
Wie ist das Verhältnis des Entwurfs zum vollendeten Bauwerk? Gab es bedeutende Projektänderungen oder veränderte ein Lernprozess das architektonische Ziel?

Vor allem beim Umbau der ebenfalls auf dem Gelände sich befindenden alten Turnhalle entschied man sich anstelle einer sanften Pinselrenovation für einen Teilabbruch mit neuer Konzeption der Foyer- und Zugangssituation. Während des Entwurfsprozesses stellte sich immer mehr heraus, dass dieses Gebäude das veranstaltungstechnische Herzstück der Anlage darstellt und so mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Gebäude wurde vor kurzem in die Selektion der «Goldenen Spenglerarbeit» des VDSS aufgenommen.
Erdgeschoss
Erdgeschoss
Wie bezieht sich das Bauwerk auf Eure anderen Entwürfe und gliedert es sich in die Reihe Eurer Werke?

Die Verwendung ursprünglicher Materialien und die Beibehaltung derer eigenen Haptik und Ästhetik ist ein Thema unserer Bauten. Die klare räumliche Strukturierung und der Verzicht auf modebedingte Einflechtungen entspricht ebenfalls unserer Grundhaltung.
1. Untergeschoss
1. Untergeschoss
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Minergie war bereits bei der Grundkonzeption des Gebäudes seitens Bauherrschaft vorausgesetzt. Während des weiteren Entwicklungsprozesses entschied man sich für ein Upgrade auf das Minergie-ECO-Label, was zu intensiven Anpassungen und Optimierungen in Materialwahl, Ausschreibung und schliesslich auch der Ausführungsbegleitung führte. Schlussendlich wurden diese Vorgaben erfüllt und wir durften das erste Minergie-ECO-zertifizierte Schulgebäude des Kantons der Bauherrschaft übergeben.
Mehrfachturnhalle
Mehrfachturnhalle
Stehen andere Projekte in Eurem Büro an, die von diesem Projekt in irgend einer Weise beeinflusst werden?

Bei aktuellen Materialselektionen, Ausschreibungen und Unternehmergesprächen gewinnt das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit immer mehr an Wichtigkeit. So achten wir vermehrt auf Herkunft von Hölzern, Verwendung schadstoffarmer Materialien und einer für Mensch und Umwelt verträglichen Ausführung vor Ort.


Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Blick vom Pausenplatz
Blick vom Pausenplatz
Erweiterung Primarschule Schönenwegen
2010

St. Gallen SG

Bauherrschaft
Hochbauamt der Stadt St.Gallen

Auftragserteilung
Offener Wettbewerb

Architektur
Architektengemeinschaft Schulz-Girsberger und BGS Architekten GmbH
Gesamtleitung: Heinz Gmür, Werner Girsberger, Hubert Schulz
Projektleitung: Holger Edbauer
Mitarbeiter: Alexander Dietl, Tobias Grath

Fachplaner
HLKSE: Amstein + Walthert AG, St. Gallen
Bauingenieur: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Landschaftsarchitekten: Rotzler Krebs Partner, Winterthur
Fassadenplanung: Reba Fassadentechnik AG, Chur

Bauleitung
Niggli+Zbinden Architekten, St. Gallen

Kunst-am-Bau
GRRRR, Zürich

Gebäudekosten BKP 2
CHF 19.8 Mio

Gebäudevolumen
25241 m3 (SIA 416)

Kubikmeterpreis
522 CHF/m3

Energiestandard
Minergie, Eco

Fotos
Dominique Marc Wehrli

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