Restaurant 1832
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Panoramaterrasse (Photo: Stefan Müller)
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Gesamtansicht (Photo: Stefan Müller)
Architect
Max Dudler Architekten AG

Project
Restaurant 1832
Neustadt an der Weinstraße / Deutschland, 2011
Description
Das Hambacher Schloß, Schauplatz des „Nationalfests der Deutschen“, repräsentiert in einzigartiger Weise europäische und deutsche Geschichte. Sämtliche Eingriffe sollen den historischen Bestand lediglich unterstützen und nicht wesentlich in ihn eingreifen. Ziel des zeitgenössischen Eingriffs war es, die erhaltene Substanz behutsam zu bereinigen, zu öffnen und zu verdichten. Räumliche und chronologische Zusammenhänge sollten wieder lesbar werden. Südlich des Schlosses entsteht das neue Restaurant, am Eingang des Schlossgeländes ein Entreegebäude (Stand Wettbewerb). Der Ausbildung beider Baukörper orientiert sich am Bild der Wehrmauern, wovon es zahlreiche auf dem Schlossberg gibt. Dies drückt sich auch in der Wahl des gespaltenen Sandsteins für die Fassaden aus.

„Hinauf Patrioten zum Schloss, zum Schloss!“ Diesem Aufruf folgten am 27. Mai 1832 30.000 Menschen aus ganz Deutschland, Frankreich und Polen. Sie begaben sich vom Marktplatz in Neustadt an der Weinstraße hinauf zum Hambacher Schloss um für ihre Freiheitsrechte einzustehen. Das Hambacher Schloss, Schauplatz des „Nationalfests der Deutschen“, ist Erinnerungsgeladen, symboltragend und zugleich ein konkreter Ort – es repräsentiert in einzigartiger Weise europäische und deutsche Geschichte.

Die Herausforderung des Umbaus und der Erweiterung des Hambacher Schlosses besteht darin, beinahe zwei Jahrtausenden Geschichte gerecht zu werden. Seit den ersten Hinterlassenschaften der Römer aus dem 4. Jahrhundert nimmt jedes Zeitalter hier für sich in Anspruch, die Burganlage baulich zu entwickeln und neu zu definieren. Ziel des zeitgenössischen Eingriffs ist nun zunächst, die erhaltene Substanz behutsam zu bereinigen, zu öffnen und zu verdichten. Räumliche und chronologische Zusammenhänge sollen wieder lesbar werden. Die Besucher, insbesondere die behinderten Besucher, erhalten günstigere Bedingungen und Wegeführungen beim Besuch des historischen Monuments.

Die konzeptionelle Idee der Erweiterungsbauten beruht auf der Transformation der vor Ort aufgefundenen Typologie der Wehrmauer in einen steinernen Gebäudekörper. Die Mauern wurden gewissermaßen verstärkt, in ein skulpturales Gebäude verwandelt und somit um eine Funktion, nämlich die eines Restaurants, bereichert. Durch eine Vielzahl an abstrakt in den Körper eingeschnittenen Fenstern, die wie Gemälde unterschiedlichen Formats in der Art der Petersburger Hängung über die Wände verteilt sind, wird der Bezug zur überwältigenden Landschaft hergestellt. Die Analogie „das Haus als Mauer“ kreiert somit den Modus für die Entwicklung des Ensembles. Die ebenso klaren wie dezenten Baukörper, welche in derselben Materialität des Hauptgebäudes aufgeführt werden, ordnen behutsam die Entreesituation und respektieren zugleich die Hierarchie der historischen Schichten.
Auftraggeber
Stif­tung Ham­ba­cher Schloss vetr. durch LBB

Bau­zeit
2005-2011

Bruttogeschossfläche
3.​600 m² (Umbau)
1.​300 m² (Neu­bau)