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Immergrün

Dürig AG Architekten und Topotek1 Landschaftsarchitekten haben kürzlich eine Sportanlage in Zürich-Schwamendingen umgebaut. Jean-Pierre Dürig wählt drei Zeichnungen und drei Fotos und beantwortet unsere fünf Fragen.
Blick vom Baseballfeld durch den Ballfangzaun auf das Garderobengebäude
Blick vom Baseballfeld durch den Ballfangzaun auf das Garderobengebäude
Was hat Sie an der Bauaufgabe am meisten interessiert?

Auf der städtebaulichen Ebene hat uns der Kontext der Sportanlage in der typisch städtisch-peripheren Agglomerationssituation von Schwamendingen, Stettbach, Dübendorf und Wallisellen am meisten interessiert, zwischen Infrastruktur (Auto- und Eisenbahn), Einkaufszentrum (Glattzentrum), Terrain vague (unbestimmtes Gandland zwischen der Sportanlage und Stettbach) und angrenzender Wohnbebauungen; auf der architektonischen Ebene die rationelle Organisation eines dem Sport dienenden Infrastrukturgebäudes; die im direkten Umfeld vorhandenen Infrastrukturen finden sich auch auf kleinerer massstäblicher Ebene im Garderobengebäude wieder.
Situationsplan Sportanlage
Situationsplan Sportanlage
Wie würden Sie den durchlaufenen Entwurfsvorgang beschreiben?

Es gab immer eine intensive Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Topotek1 aus Berlin, die vom Gesamtkonzept bis in die Details reichten, z.B. bei der Farbgebung der Anlagen.


Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

In der peripher-urbanen Situation der zusammenwachsenden Teile der Glattalstadt, in deren Zentrum sich die Sportanlage befindet, ist es wichtig, eine Art Park als grünes Zentrum zu schaffen; einen Park mit einem städtebaulichen Bezug und einer urbanen Gestaltung: so simulieren die blockrandartig angelegten, hoch eingezäunten Sportfelder ein dicht angelegtes städtebauliches Muster, sozusagen eine Brücke zwischen den einzelnen Stadtteilen und dem neuen Park schlagend.
Blick von Süden auf die Gesamtanlage
Blick von Süden auf die Gesamtanlage
Haben aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, die Bauträgerschaft oder die Bedürfnisse der späteren NutzerInnen den Entwurf entscheidend beeinflusst?

Die neue Sportanlage soll ein neues Zentrum für die heterogene Anwohnerschaft sein: Aufenthaltsort für aktive Sportler (Sportplätze), für Jugendliche (integrierte Skateranlage) oder beispielsweise für die Bewohner des direkt angrenzenden, neu sanierten Altersheims (Cafeteria).
Grundriss Garderobengebäude
Grundriss Garderobengebäude
Querschnittsequenzen Garderobengebäude
Querschnittsequenzen Garderobengebäude
Wie ist das Verhältnis des Entwurfs zum vollendeten Bauwerk? Gab es bedeutende Projektänderungen oder veränderte ein Lernprozess das architektonische Ziel?

Nach dem gewonnenen Wettbewerb musste das Garderobengebäude komplett neu geplant werden, da der vollständig mit einer Holzbeplankung verkleidete und mit ondulierend in den Gebäudekörper eingeschnittenen Dachzugängen versehene Entwurf zu teuer war für den sehr tiefen Kostenrahmen. Dies hatte keine negativen Auswirkungen auf das Projekt, da die neuen Voraussetzungen es in gewisser Weise radikalisierte und man gezwungen war, gewisse Dinge mehr auf den Punkt zu bringen. In den schliesslich gebauten, zweiten Entwurf flossen beispielsweise Überlegungen ein, die das Gebäude konstruktiv-energetisch wirtschaftlicher gestalten: so sind unter dem gewölbten Dach beheizte und unbeheizte Räume strikt getrennt: die Haustechnik sowie der Tribünenbereich befinden sich vollständig in einem „Kaltbereich“ direkt unter dem nicht isolierten Blechdach und der auch zum Programm gehörende Werkhof wurde in einen separaten, weitgehend unbeheizten Bau ausgelagert.


Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!

Mailen Sie uns bitte Bau der Woche Projektvorschläge hier.
Blick auf die "Dachwelle" mit der aufgesetzten Tribüne
Blick auf die "Dachwelle" mit der aufgesetzten Tribüne
Sportanlage Heerenschürli
2010

Zürich-Schwamendingen ZH

Bauherrschaft
Stadt Zürich, vertreten durch Amt für Hochbauten (Hochbauten) und Grün Stadt Zürich (Sportanlagen)

Auftragserteilung
offener Wettbewerb

Architektur und Bauleitung
Architektur Hochbauten: Dürig AG, Architekten, Zürich, Jean-Pierre Dürig; Mitarbeiter Wettbewerb: Khai Ly; Projektleiter: Margarita Mene Castiñeiras (Vorprojekt), Bruce A. Buckingham, Raphael Bösch (Projekt und ausgeführter Bau)
Landschaftsarchitektur: Topotek1 Landschaftsarchitekten GmbH, D-Berlin, Martin Rein-Cano, Lorenz Dexler; Mitarbeiter Wettbewerb: Thilo Folkerts; Projektleiter (Vorprojekt, Projekt und ausgeführter Bau): Thilo Folkerts, Alexander Bölk, Harald Müller

Fachplaner
Hochbauten:
Statik: Dr. J. Grob & Partner AG, Winterthur
Elektro: Mettler + Partner AG, Zürich
Sanitär: Hunziker & Urban, Zürich
HLK: Haerter & Partner AG, Zürich
Bauphysik und Akustik: Bakus Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
Landschaftsgestaltung:
Bauingenieur: Hans H. Moser AG, Zürich
Elektro: Amstein + Walthert AG, Zürich
Sanitär: WUS-Architektur, D-Stuttgart
Geologie: Dr. H. Jäckli AG, Zürich

Gebäudekosten BKP 2
CHF 13.2 Mio.

Gebäudevolumen
17 800m3 (SIA 416)

Kubikmeterpreis
740 CHF/m3

Energiestandard
Minergie

Fotos
Hanns Joosten, Fotograf, Berlin

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