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Haus Faraday

Im Berner Lorraine-Quartier, unterhalb der Bahnlinie, irritiert ein einfaches, vollständig in Kupferwellblech eingepacktes Haus. Was wie eine Sanierung aussehen könnte, ist ein Neubau. Kupfer als Wellblech ist eine Neuheit; der schnelle Alterungsprozess verleiht dem Material etwas Sinnliches. Das Kupferblech soll die elektromagnetische Strahlung der nahen Starkstromleitung abhalten. Deshalb tauften die Architekten Jomini, Jomini & Zimmermann ihr Gebäude ‹Haus Faraday›. Es enthält zwei Maisonette-Wohnungen. Der eine Wohnraum befindet sich im Dachgeschoss, wo hohe Lukarnen den Blick zum Himmel öffnen, der andere liegt auf Gartenniveau. Die Wohnräume folgen dem archaischen Prinzip ‹ein Haus – ein Raum›. So wirkt der Dachraum wie ein Zelt. Schiebetüren und farbige Oberlichtbänder lassen auch in den Schlafgeschossen den Innenraum als Einheit erleben. Alle Gebäudekanten sind gerundet, ein Markenzeichen von Jomini, Jomini & Zimmermann. Material und Form erinnern an das Rote Haus in Malans von Bearth und Deplazes und auch die Häuser von MVRDV auf Hageneiland unweit der niederländischen Stadt Den Haag stellen eine Referenz dar. Robert Walker
Die mit Scobalit verkleidete Aussentreppe spielt auf die Typologie der
benachbarten Arbeiterhäuser an. Wellscobalit und Kupferwellblech
erinnern an die Bricolage einer Bidonville.Fotos: Joël Tettamanti
Die mit Scobalit verkleidete Aussentreppe spielt auf die Typologie der benachbarten Arbeiterhäuser an. Wellscobalit und Kupferwellblech erinnern an die Bricolage einer Bidonville.

Fotos: Joël Tettamanti
Die überhohen Lukarnen, der auskragende Eckbalkon und die gerundeten Gebäudekanten machen aus dem Haus eine Skulptur.
Die überhohen Lukarnen, der auskragende Eckbalkon und die gerundeten Gebäudekanten machen aus dem Haus eine Skulptur.
Im Dachgeschoss bildet die Küchenkombination zugleich die Brüstung zum
Treppenloch. Die Lufträume der hohen Lukarnen gliedern den grossen Raum.
Im Dachgeschoss bildet die Küchenkombination zugleich die Brüstung zum Treppenloch. Die Lufträume der hohen Lukarnen gliedern den grossen Raum.
Haus Faraday
2004

Jurastrasse 69
Bern

Bauherrschaft
Erwin Schmid

Architektur
Thomas Jomini
Architecture Workshop

Bern
Jomini & Zimmermann
Burgdorf

Projektleiter
Thomas Jomini
Bern

Gesamtkosten
CHF 1,25 Mio.

Gebäudekosten
(BKP2/m)
CHF 640.– 

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