Zeitgenössisches Bauen in Zermatt bedeutet in den meisten Fällen 'Holz isch heimelig': Hölzerne Balkone hängen an holzverkleideten Häusern, vielgeschossig meist, mit einem weit ausladenden Dach darüber. Gleich am Bahnhof begrüsst eine Staffel solcher Jumbochalets den Reisenden, durchs Dorf begleiten sie ihn bis zur Bergbahn. Willkommen in Zermatt – doch sieht das nicht eher nach Tirol aus?
Das haben sich auch die Architekten von Bauart gedacht, als sie zum Studienauftrag für die Erweiterung der Jugendherberge Zermatt eingeladen wurden. Als 'Üsserschwyzer' haben sie die Eigenheiten der traditionellen Walliser Architektur ausfindig gemacht: schmale, eher hohe Baukörper ohne Balkone (wozu auch, in früheren Jahrhunderten?), minimale Vordächer, schnörkellose Materialien. Diese Erkenntnisse haben sie an ihrem Projekt umgesetzt und damit den Wettbewerb gewonnen.
Das haben sich auch die Architekten von Bauart gedacht, als sie zum Studienauftrag für die Erweiterung der Jugendherberge Zermatt eingeladen wurden. Als 'Üsserschwyzer' haben sie die Eigenheiten der traditionellen Walliser Architektur ausfindig gemacht: schmale, eher hohe Baukörper ohne Balkone (wozu auch, in früheren Jahrhunderten?), minimale Vordächer, schnörkellose Materialien. Diese Erkenntnisse haben sie an ihrem Projekt umgesetzt und damit den Wettbewerb gewonnen.
Die beiden Neubauten vor dem Hauptgebäude fügen sich selbstverständlich in die Dorfstruktur.
Fotos: Thomas Andenmatten
Fotos: Thomas Andenmatten
Dem Altbau von 1955 haben sie zwei schmale und dadurch hoch wirkende
Neubauten zur Seite gestellt. Sie fassen zusammen mit dem Hauptgebäude
einen kleinen Platz mit bestem Matterhornblick. Die beiden neuen
Volumen passen sich dem Terrain an, ohne dass grössere Erdarbeiten
nötig gewesen wären, und deren Massstäblichkeit erinnert an
Dorfpartien, wo das alte Zermatt erhalten geblieben ist. Doch haben die
Architekten nicht zwei Spycher nachgeahmt, sondern die traditionellen
Elemente modern umgesetzt: glatte, mit Sumpfkalk verputzte Fassaden mit
unterschiedlichen grauen Farbstrukturen, bündig eingesetzt die Fenster.
Diese haben alle das gleiche Format, sind jedoch abwechslungsweise
horizontal und vertikal eingebaut und brechen die Präzision des Neubaus.
Hinter den Fassaden verbergen sich Doppelzimmer, Vierer- und Sechserzimmer, alle mit Dusche und WC und einige mit bestem Matterhornblick durch die mit dunklem Holz gerahmten Panoramafenster. Farbliche Akzente setzen die in unterschiedlichen Farben gestrichenen Decken, die nachts auch von aussen zu sehen sind. Neu ist auch das Innere des Altbaus: Im Erd- und 1. Obergeschoss entstanden grosszügige Empfangs-, Aufenthalts- und Essräume und eine neue Küche. Die Zimmer erhielten Waschtische, zum Teil Toiletten und ein frisches Inneres. 174 Betten bieten der Alt- und die beiden Neubauten insgesamt.
Alle glücklich in Zermatt? Nicht ganz. Einigen Zermatterinnen und Zermattern gefällt die Sumpfkalkfassade ohne Holz und ohne Balkone gar nicht und die Gemeinde hat verfügt, die Fassade sei umzustreichen. Doch die Bauherrschaft und die Architekten zählen auf den Dialog und hoffen auf eine gütliche Einigung. Umstreichen lässt sich die Fassade ohnehin nicht, denn sie ist nicht gestrichen: Der lebendige Sumpfkalk würde hinter einer homogenen Farbschicht verschwinden. Hoffen wir, dass dieses architektonische Schmuckstück erhalten bleibt. Es gibt nämlich nicht viele davon in Zermatt. WH
Hinter den Fassaden verbergen sich Doppelzimmer, Vierer- und Sechserzimmer, alle mit Dusche und WC und einige mit bestem Matterhornblick durch die mit dunklem Holz gerahmten Panoramafenster. Farbliche Akzente setzen die in unterschiedlichen Farben gestrichenen Decken, die nachts auch von aussen zu sehen sind. Neu ist auch das Innere des Altbaus: Im Erd- und 1. Obergeschoss entstanden grosszügige Empfangs-, Aufenthalts- und Essräume und eine neue Küche. Die Zimmer erhielten Waschtische, zum Teil Toiletten und ein frisches Inneres. 174 Betten bieten der Alt- und die beiden Neubauten insgesamt.
Alle glücklich in Zermatt? Nicht ganz. Einigen Zermatterinnen und Zermattern gefällt die Sumpfkalkfassade ohne Holz und ohne Balkone gar nicht und die Gemeinde hat verfügt, die Fassade sei umzustreichen. Doch die Bauherrschaft und die Architekten zählen auf den Dialog und hoffen auf eine gütliche Einigung. Umstreichen lässt sich die Fassade ohnehin nicht, denn sie ist nicht gestrichen: Der lebendige Sumpfkalk würde hinter einer homogenen Farbschicht verschwinden. Hoffen wir, dass dieses architektonische Schmuckstück erhalten bleibt. Es gibt nämlich nicht viele davon in Zermatt. WH
Die glatte Fassade mit den bündig eingesetzten Bronzefenstern ändert je nach Sonnenstand ihr Gesicht.
Fotos: maatjesdesign
Fotos: maatjesdesign
Jugendherberge
2003
Winkelmatten, Staldenweg 5
Zermatt
Bauherrschaft
Schweiz. Stiftung für
Sozialtourismus
Zürich
Architektur
Bauart Architekten
Bern
Johannes Luginbühl
Bauleitung
architektur & design
Zermatt
Sumpfkalkputz
Sorrenti, Bern
Donat Burgener, Fiesch
Energie (Neubauten)
Minergie-Standard
Auftragsart
Studienauftrag 2001
Gesamtkosten Neubau
u. Sanierung (BKP 1–9)
CHF 7 Mio.
2003
Winkelmatten, Staldenweg 5
Zermatt
Bauherrschaft
Schweiz. Stiftung für
Sozialtourismus
Zürich
Architektur
Bauart Architekten
Bern
Johannes Luginbühl
Bauleitung
architektur & design
Zermatt
Sumpfkalkputz
Sorrenti, Bern
Donat Burgener, Fiesch
Energie (Neubauten)
Minergie-Standard
Auftragsart
Studienauftrag 2001
Gesamtkosten Neubau
u. Sanierung (BKP 1–9)
CHF 7 Mio.
Jobs
Metron Raumentwicklung AG, Brugg
i sensi
Marina Panisi, Fribourg
Marina Panisi, Fribourg
Weiss & Schmid
Architekten HTL/ETH/SIA, Winterthur
Architekten HTL/ETH/SIA, Winterthur
Cubus Architektur GmbH, Zürich
Cubus Architektur GmbH, Zürich






