Wohnüberbauung Wartstrasse/Aeckerwiesenstrasse, Winterthur 2017

Respektvolle Verdichtung der Gartenstadt

Zach + Zünd Architekten
25. Mai 2017
Im Übergang zum Hof. Bild: AfAf Seraina Wirz
Zach + Zünd Architekten haben kürzlich eine Wohnüberbauung in Winterthur abgeschlossen. Gundula Zach und Stephan Rist stellen sich unseren Fragen.
Nutzung Mietwohnungen
Auftragsart Projektwettbewerb 2011, 1.Preis
Bauherrschaft Immobiliengesellschaft Fadmatt AG | Bauherrenvertretung: UB&P Baumanagement, Urs Brunner
Architektur Zach + Zünd Architekten GmbH BSA SIA, Zürich | Projektleitung: Franziska Hellstern, Radoslaw Jozwiak, Stephan Rist | MitarbeiterInnen: Lenka Gmucova, Antonio Ippolito, Parthena Sachanidou
Fachplaner Landschaftsarchitekt: Neuland ArchitekturLandschaft GmbH, Zürich | Bauingenieur: APT Ingenieure GmbH, Zürich | Bauingenieur Holzbau: Holzbaubüro Reusser GmbH, Winterthur | Bauphysik: BWS Bauphysik AG, Winterthur | Haustechnik, Elektroplaner: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur | Farbkonzept (aussen, allgemeine Räume): Jean Pfaff, Vila Robau Ventalló (E)
Bauleitung Dürsteler Bauplaner GmbH, Winterthur
Jahr der Fertigstellung 1. Etappe 2016 |  2. Etappe 2017
Gesamtkosten BKP 1-9 CHF 24 Mio
Gebäudekosten BKP 2 CHF 21,2 Mio
Gebäudevolumen 29‘500 m³ (SIA 416)
Energiestandard Gebäudehülle erfüllt die Primäranforderung MINERGIE-P®
Fotos Michael Haug, Winterthur | AfAf Seraina Wirz, Zürich
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Ersatzneubauten sind eine alltägliche Bauaufgabe geworden. Das Besondere war die Quartiererhaltungszone in Winterthur–Veltheim. Das präzise und sensible Aufspüren der Atmosphäre dieser Quartiererhaltungszone als Teil des durchgrünten Quartiers, die Auseinandersetzung zwischen Alt und Neu, zwischen Vorgefundenem und Neuinterpretation war entwurfsbestimmend.
Fenster und Putz. Bild: Michael Haug
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Der Ort prägt den Entwurf: Qualitätsvolles Wohnen im Grünen, in der Gartenstadt nahe des Stadtzentrums. Die Nachbarschaft zeigt grosszügige Aussenräume bei klar definierten Strassenräumen. Ziel ist es, unter Wahrung dieser Qualitäten mit hochwertigem zeitgemässen Wohnungsbau eine respektvolle Verdichtung der Gartenstadt zu erreichen. Das städtebauliche Konzept baut auf dem heutigen Bebauungsmuster auf und benutzt es als Ausgangspunkt. Modifizierte «Zeilen» ermöglichen Durchlässigkeit und Durchgrünung und halten das vorhandene Gleichgewicht von Bebauung und Freiraum. Es entsteht ein klares Muster, das unterschiedliche, gut nutzbare und anzueignende Freiraumsituationen schafft.

Die seitliche Verlängerung der Köpfe der Zeilenbauten überspielt die neue Tiefe der Baukörper und erhöht gleichzeitig die Länge der Südfassaden. Durch das Knicken der Zeilen profitieren alle Wohnungen sowohl von dreiseitiger Belichtung als auch vom optimalen Bezug zum Aussenraum. Jede Wohnung verfügt mit der Loggia über einen grosszügigen privaten Aussenbereich als Aussenzimmer.

Auch in ihrer Materialisierung suchen die Neubauten die sensible Weiterentwicklung des Bestands: Feine Elemente und Detailausbildungen wie Dachgesimse, Fensterleibungen, Geländer, differenzierte Putzstrukturen und Farbwerte schaffen Massstäblichkeit und Kontinuität.
Raumbeziehung Küche – Essplatz - Wohnraum - Loggia. Bild: Michael Haug
Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?
Um das Ziel der Bauherrschaft zu erreichen und qualitätsvolle Wohnungen mit bezahlbaren Mieten anbieten zu können, gelang es uns das Projekt unter Wahrung der Qualitäten der Wettbewerbskonzeption entscheidend zu optimieren: Die Reduktion der Treppenhäuser und die Einführung der Dachgeschosse erhöhte die Wohnungszahl von 40 Wohnungen im Wettbewerb auf 53 Wohnungen in der Ausführung.
Raumbeziehung Essplatz – Loggia - Wohnraum. Bild: Michael Haug
Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Die Wohnbebauung ist ein Beispiel für die beharrliche Auseinandersetzung unseres Büros mit dem Wohnungsbau unter dem entwurfsprägenden Einfluss des spezifischen Ortes.
Die Loggia als Aussenzimmer. Bild: Michael Haug
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Die hohen Dämmstärken der energetischen Anforderungen führten uns zur Hybridkonstruktion  (Holzrahmenelemente mit Steico Wall Dämmständer und Stahlbetondecken). Die schlanke Aussenwand mit hohem Dämmwert (34 cm Wärmedämmung) erfüllt die Primäranforderung MINERGIE-P®. Die Holzkonstruktion ermöglichte eine schnelle und saubere Montage. Das System mit dem diffusionsoffenen mineralischen Wormserputz bietet hohe Behaglichkeit bei bautechnischer Sicherheit (schnelle Aufnahme und verzögerte Abgabe von Feuchtigkeit).
Wohnen über den Dächern. Bild: AfAf Seraina Wirz
Entlang der Wartstrasse. Bild: AfAf Seraina Wirz
Im Quartier
Drei Höfe am gemeinsamen Grünraum
Querschnitt
OG Grundriss Haus 1

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