Casa Mosogno

19. Dezember 2018
Bild: Georg Aerni
Buchner Bründler haben kürzlich den Umbau eines Ensembles aus alten Steinhäusern im Tessin fertiggestellt. Daniel Buchner und Andreas Bründler beantworten unsere Fragen.
Ort Mosogno sotto TI
Nutzung Umbau zum Ferienhaus mit Sommerhalle und Winterstube
Auftragsart Direktauftrag
Bauherrschaft Privat
Architektur Buchner Bründler Architekten | Partner: Daniel Buchner, Andreas Bründler | Associate: Nick Waldmeier | Projektleitung und Ausführung: Hellade Miozzari | Mitarbeit Ausführung: Fabian Meury
Fachplaner Ingenieur De Giorgi & Partners, Muralto TI
Jahr der Fertigstellung 2018
Gebäudevolumen (SIA 416)
Sommerhalle 524 m3
Winterstube 53 m3
Massgeblich beteiligte Unternehmer Baumeister: Silvio Darni Lavori Edili, Mosongno TI |  Metallbau: Pagani Sagl Metalcostruzioni, Losone TI | Schreiner: Agosti Meier AG, Waldkirch SG
Fotos Georg Aerni | Buchner Bründler Architekten
Bild: Buchner Bründler Architekten
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Die schwierigste Herausforderung bestand darin, für diesen Ort, für dieses Haus einen würdigen und sinnvollen Umgang zu finden: Das Haus war nahezu zehn Jahre nicht mehr belebt, respektive bewohnt, aber dennoch war es mit dem ganzen Hab und Gut mehrerer Generationen und Vorfahren angefüllt, mit all den Lebensspuren, die den Ort und das Haus zeichneten.
Bild: Buchner Bründler Architekten
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Das Haus liegt nicht an einer Strasse, es ist zuerst ein Abstieg zu bewältigen – durch ein Waldstück. Das erste Haus, das von Mosogno sotto erspäht werden kann, ist eine kleine Kirche. Die grünen Flügeltüren dieser Kirche stehen das ganze Jahr offen. Das Licht fällt durch diese Türen in den Innenraum, jeder ist willkommen, einzutreten. Diese Kirche und die Tanzperformance von Sergei Polunin zu «Take Me to Church» haben das Projekt begleitet.
Bild: Georg Aerni
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Die historischen Steinhäuser selbst und ihre Geschichte waren für den Umbau essenziell. Die starken baulichen Spuren der Vergangenheit und die ehemaligen Lebensräume sollten sichtbar und differenzierbar bleiben, wie die verputzten Wohnräume oben in der Sommerhalle und der Weinkeller aus blossem Stein unten. Angesichts der Bauweise der Häuser haben wir auch mit lokalen Handwerkern zusammengearbeitet, die den Zugang zum traditionellen Handwerk der Steinhäuser noch nicht verloren haben.
Bild: Georg Aerni
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Seit zehn Jahren und bis heute begleitet uns, oder begleiten wir, je nach Standpunkt, die Bauherrschaft. Alle Entscheide sind innerhalb dieses Kontextes gefallen. Die gegenseitige Einflussnahme liegt im Grundverständnis unserer Zusammenarbeit.
Bild: Georg Aerni
Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?
Folgende Dinge transformierten das Projekt laufend durch den ganzen Planungs- und Bauprozess: Die vorgefundene Gebäudesubstanz in Kombination mit deren Situierung in Abwägung eines sinnvollen Budgets für den Umbau, dann die Instandsetzung, die unerwarteten Reparaturen, die teilweise sehr marode Bausubstanz, all die Retourbauarbeiten nicht mehr tragfähiger Bauteile etc.
Bild: Georg Aerni
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Insofern ja, als dass es nahezu unmöglich ist, sich in der heutigen Welt, wo alles dokumentiert wird, solchen Tendenzen zu entziehen. Aber es gab keine Vorbilder, eher vielleicht gab es den Anspruch, all unsere heutigen absoluten Werteansprüche zu hinterfragen, und vielleicht das eine oder andere wegzulassen, um mehr zu finden.
Situation
Grundriss
Schnitt A1
Schnitt B1

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