Zollanlage, Brig-Glis 2017

Maschinenästhetik

Albrecht Architekten
6. Juli 2017
Kopfbau. Bild: Michael Haug
Albrecht Architekten haben kürzlich die neue Zollanlage in Brig-Glis fertiggestellt. Der Architekt Heinz Noti stellt sich unseren Fragen.
Nutzung Betriebsgebäude
Auftragsart Projektwettbewerb
Bauherrschaft Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, Bern
Architektur Albrecht Architekten AG SIA, Brig
Projektleiter Heinz Noti
Bauleitung Kurt Werlen
Techniker Abel da Cuna
Jahr der Fertigstellung 2017
Energiestandard Minergie-P-ECO
Fotos Albrecht Architekten (Brig), Michael Haug (Winterthur), Nikolaus Loretan (Brig)
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Eine Zollanlage plant und baut man als Architekt einmal im Leben, oder gar nie – die Bauaufgabe gestaltete sich dementsprechend spannend, fordernd und erweiternd. Hinzu kommt, dass die neue Zollanlage die erste im Landesinneren ist, ein Prototyp also, selbst für die Bauherrschaft.
Westansicht. Bild: Nikolaus Loretan
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Mag der Ausspruch form follows function etwas abgedroschen wirken, bei der neuen Zollanlage war er Programm. Die Baute entwickelt sich ganz aus den logistischen und verkehrstechnischen Abläufen um und auf dem Areal. Die dynamische und expressive Formensprache zeugt davon.
Kopfbau mit Passierstelle. Bild: Nikolaus Loretan
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Selbst wenn es bei jeder städtebaulichen Intervention gilt, den Ort zu lesen und daraus die architektonische Haltung zu entwickeln, verhielt es sich bei dieser Aufgabe umgekehrt; die Industriezone weist eine dispers gewachsene Struktur auf. Die Dimension der neuen Zollanlage bot Gelegenheit, die örtliche Struktur etwas zu klären.
Luftaufnahme. Bild: Albrecht Architekten
Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?Aufgrund des schlechten Baugrundes verzichtete man in der Vorprojektphase auf ein Untergeschoss. Zusammen mit dem Zuwachs um zirka ein Drittel des ursprünglichen Raumprogramms war es eine Herausforderung, die schlanke, kompakte und signifikante Volumetrie des Wettbewerbsprojektes beizubehalten.
Ostansicht. Bild: Michael Haug
Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Architektur hat dem Anspruch zu genügen, sich aus dem Ort und der Nutzung zu entwickeln. Die Form darf nicht einem Manierismus entspringen. So findet sich im Gegensatz zur Zollanlage in der durch und durch polygonalen Grundform der Erweiterung des Behindertenheims Fux campagna in Visp keine einzige runde Form – hier verfolgen wir den Entwurfsansatz des Weiterbauens. Jede Bauaufgabe ist einzigartig.
Schalterhalle. Bild: Michael Haug
Cafeteria. Bild: Michael Haug
Revisionsgarage. Bild: Michael Haug
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