Der Mann, der seine Frau an ein Haus verlor

Jenny Keller
22. Oktober 2014
BIld: Screenshot des Films «That was not my dream» auf vimeo. Architektur: studio mk27, Marcio Kogan, Samanta Cafardo. Innenarchitektur: studio mk27, Diana Radomysler

Wie kann jemand glücklich sein in diesem kühlen Gebäude, fragt sich der Erzähler, der seine Frau an das gemeinsam gebaute Haus verloren hat. Intelligente und ästhetische Eigenwerbung des brasilianischen Büros studio mk27.

 

Casa Redux_studiomk27 from studio mk27 on Vimeo.

Sie habe mehr Leidenschaft für das Haus als für ihn, er dürfe nicht mal mehr ein Spiegelei braten, weil sie Angst hat, dass er die Küche schmutzig hinterlässt und sowieso: Wie kann jemand glücklich sein in diesem cleanen Haus? Dies fragt sich der Erzähler des vierminütigen Films «That Was not My Dream», der feststellen muss, dass der Hausbau Katalysator für das Ende seiner Ehe war. Dabei möchte er doch nur ein «normales» Haus (damit meint er eines im klassizistischen Stil) – und seine Frau zurück.

Diese Geschichte ist rein fiktiv, und doch soll es immer wieder vorkommen, dass eine Beziehung auf die Probe gestellt wird, wenn ein Paar sich ein Haus baut. Das, und die unterschiedlichen Vorlieben für Architekturstile, haben Pedro Kok and Gabriel Kogan vom brasilianischen studio mk27 zum Anlass für ihren äusserst gelungenen, ironischen und ästhetischen Film genommen, der ihre Casa Redux, die selbst von Filmen und Häusern der klassischen Moderne inspiriert ist, zeigt.

Learning from mk27: Auch Architekten könnten mehr Humor zeigen und ihre Kreativität bei der (ach so verpönten) Werbung in eigener Sache nutzen.

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