Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Chinas Architekturszene

Eduard Kögel
30. April 2020
Crossboundaries, Installation «The Known» im Pingshan District Art Museum, Shenzhen, 2019 (Foto: BAI Yu)

Ende 2019 erkrankten in der chinesischen Stadt Wuhan Menschen an einer neuartigen Lungenkrankheit. In kürzester Zeit breitete sich das Virus weltweit aus. Die chinesische Regierung ergriff strenge Massnahmen zur Eindämmung, die auch den Bausektor betrafen. Eduard Kögel hat chinesische Architekt*innen gefragt, wie sich die Krise auf die Bauwirtschaft ausgewirkt.

Im Dezember 2019 traten die ersten bekannten Fälle der Lungenkrankheit COVID-19 im chinesischen Wuhan auf. Es wird vermutet, dass die Zoonose auf einem Markt in der Stadt ausbrach. Zunächst entwickelte sich eine Epidemie in China, die sich dann im Frühjahr 2020 zur Pandemie auswuchs. Allmählich avancieren Europa und die Vereinigten Staaten zu neuen Hotspots des Infektionsgeschehens. Dort ist bis heute das soziale und wirtschaftliche Leben stark eingeschränkt.
 
Die chinesische Regierung ergriff aggressive Gegenmassnahmen, um die Ausbreitung in den Griff zu bekommen. Der Lockdown machte sich bezahlt. Heute hat sich die Situation in China beruhigt, auch wenn die Krise noch nicht ausgestanden ist. Einige Beschränkungen sind noch immer in Kraft, sie betreffen beispielsweise die Reisefreiheit.
 
Eduard Kögel hat Ende März chinesische Architekturbüros zur schriftlichen Bewertung ihrer Situation eingeladen. Sie beantworteten seine Fragen auf Englisch. Dieser Beitrag ist eine Zusammenschau ausgewählter Antworten, übersetzt ins Deutsche von Bianca Murphy.

Eduard Kögel Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihr Architekturbüro ausgewirkt?

Tan Gangyi, Wuhan Mein Büro in Wuhan hat einen Notfallplan erstellt und unsere Kunden gleich zu Beginn des Coronavirus-Ausbruchs über die Situation und unsere Lösungen informiert. Unsere Mitarbeiter*innen konnten nicht mehr rechtzeitig ins Büro zurückkehren. Deshalb haben wir getrennt voneinander gearbeitet und ein Online-Netzwerk eingerichtet. Der Virus und seine Auswirkungen auf die Stadt haben mich veranlasst, meinen Architekturansatz zu überdenken.

Gong Dong, Vector Architects, Peking
Wegen der chinesischen Neujahrsfeiertage hatten wir eine Art Zeitpolster, um uns mental an die massiven Massnahmen der Regierung zu gewöhnen, einschliesslich des «Social Distancing» und der häuslichen Quarantäne. Glücklicherweise war die Situation in Peking vergleichsweise moderat. Doch die Spannung hängt immer über unseren Köpfen, wie ein Gespenst. Jeden Morgen schaue ich mir als erstes die aktualisierten Statistiken an. Bisher waren die Auswirkungen auf unsere Arbeit im Büro überschaubar, vielleicht weil wir nicht zu viele Projekte gleichzeitig bearbeiten; wir haben das Glück, dass alle noch laufen.

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Zum jetzigen Zeitpunkt können wir die langfristigen Auswirkungen noch nicht absehen. Wir gehen davon aus, dass sich einige Projekte länger hinziehen beziehungsweise verzögern werden, da die Bauarbeiten noch immer gestoppt sind. Was die Entwurfs- und Planungsphase angeht, so treffen wir uns regelmässig mit unseren Bauherren und anderen Projektbeteiligten zu unseren bisherigen und neuen Projekten.

Che Fei, CU Office, Peking
Die sozialen Medien sind zum einzigen Instrument der Architekturtätigkeit geworden, egal ob für Besprechungen, die Koordination zwischen Gewerken oder die Bauleitung. Dies hat unweigerlich tiefgreifende und unvorhersehbare Konsequenzen für die Arbeit in der Architektur.

Chen Xudong, DAtrans Architecture Office, Shanghai
Den ganzen Februar über herrschte grosser Druck auf die häusliche Isolation, da die gesamte soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Lande zu stagnieren schien und natürlich auch die Bauindustrie nicht normal funktionieren konnte. Aber wir betonen oft: «Es gibt mehr Möglichkeiten als Schwierigkeiten.» Anfang März kehrten wir nach und nach ins Büro zurück und arbeiteten abwechselnd, da einige Kolleg*innen sich um ihre Kinder kümmern mussten, die zu Hause über das Internet lernen.

Vector Architects, Multifunktionaler Wohnraum, Fuzhou, 2017 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Vector Architects)

Hat die Krise Ihre Arbeitsweise verändert?

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Die meisten unserer Besprechungen mit Bauherren und Projektpartnern finden inzwischen als Online-Meetings statt, sodass in der Regel weitaus mehr Informationen digital ausgetauscht werden. Wir haben zwei Innenausbauprojekte, die wir regelmässig per WeChat-Videoanruf überwachen, während der Bauunternehmer mit einer Kamera über die Baustelle läuft. Das ist natürlich nicht ideal.

Che Fei, CU Office, Peking
Momentan kontrolliere ich die Umsetzung meines Projekts über soziale Medien. Reale Materialien lassen sich so aber nicht beurteilen, denn Architektur ist nicht nur optisch. Deshalb denke ich auch über andere Optionen für die zukünftige Baupraxis nach. Zum Beispiel habe ich den Kurs Medienherstellung am Environmental Design Department des Beijing Institute of Fashion Technology eingerichtet.

Zhu Xiaofeng, Scenic Architecture, Shanghai
Manchmal muss ich während der Online-Arbeitsphase mit Kolleg*innen, Berater*innen und Bauherren über verschiedene Online-Kanäle kommunizieren, zum Beispiel über WeChat, Zoom, per E-Mail und mit anderen Apps. Es dauert länger, das Design zu erklären, und ich habe mehr gezeichnet, was sehr hilfreich war. Ausserdem musste ich meine Arbeit mit dem Familienleben koordinieren. Ich bin stolz darauf, dass meine Familie meine handgefertigten Modelle mag und erleben konnte, wie ein Architekt arbeitet. Als Büro mussten wir ausserdem herausfinden, wie wir den Arbeitsinhalt und die Effizienz der verschiedenen Mitarbeiter*innen steuern konnten. Am Ende gab es einen täglichen Selbstbericht von jedem Mitglied jedes Projektteams.

Atelier TeamMinus, Kunstraum, Gujiaying, 2019 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Atelier TeamMinus)

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen gab es für Ihr Büro, und haben Sie eine Strategie für den Umgang damit?

Brian Zhang Li, Atelier TeamMinus, Peking
Um ehrlich zu sein: Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind, wenn überhaupt, sehr gering. Es kommen neue Projekte hinzu und laufende Projekte schreiten voran, wenn auch auf digitale und ferngesteuerte Weise.

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise auf unser Büro sind nach wie vor schwer abzuschätzen. Bisher hatten wir Glück und keines unserer Projekte wurde eingestellt. Dasselbe gilt für Ausstellungen und Messen wie die Shenzhen Creative Week und die Biennale in Venedig, an denen wir teilnehmen – diese Veranstaltungen werden nur verschoben. Einige unserer Projekte sind im öffentlichen Bildungssektor angesiedelt, wo die Dringlichkeit auch nach der Krise weiterhin gegeben ist.

Zhu Xiaofeng, Scenic Architecture, Shanghai
Staatliche wie private Unternehmen scheinen alle die wirtschaftliche Energie aus der Zeit vor dem Coronavirus wiedererlangen zu wollen. Die meisten der im Bau befindlichen Projekte werden fortgesetzt, und es gibt auch neue potenzielle Projekte für uns, zum Beispiel Renovierungsprojekte für Kliniken oder Quarantäne-Zellen. Wenn sich die Krise weiterhin auf der ganzen Welt ausbreitet, wird China zweifellos die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Tan Gangyi, Wuhan
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Einige Projektentwickler erwägen jedoch, Tourismus- oder experimentelle Projekte zu verschieben oder sogar ganz zu verwerfen. Als Antwort darauf müssen wir Designstrategien für neue Aktivitäten und räumliche Organisation entwickeln, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden.

Scenic Architecture, Zhujiajiao Museum of Humanities & Arts, Shanghai, 2010 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Scenic Architecture)

Wird die Krise Auswirkungen auf Ihre interne Büroorganisation haben?

Brian Zhang Li, Atelier TeamMinus, Peking
Ja, Entscheidungen werden jetzt dezentraler getroffen, alle Projektteams arbeiten unabhängiger.

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Im Büro bereiten wir mehr Material für die Online-Präsentation in Besprechungen vor. In vielen Fällen müssen die Präsentationen kompakter sein, weil der Kommunikationsstil anders und direkter ist. In Zeiten der Corona-Krise bietet die Regierung die kostenlose Nutzung bestimmter Apps wie Zoom und Tencent Meeting an, um technisch effiziente Video- und Webkonferenzen sowie Webinare zu fördern. Wir gehen davon aus, dass wir diese Programme weiterhin nutzen und häufiger auf Online-Sitzungen umstellen werden.

Tan Gangyi, Wuhan
Mein Studio ist mit weniger als zehn Architekt*innen klein, die interne Organisationsstruktur ist von der Krise nicht betroffen. Die einzige Veränderung ist, dass wir jetzt zu Hause arbeiten. Allerdings bereiten wir uns auf neue Tools wie Virtual Reality und andere Netzwerktechnologien vor.

Chen Xudong, DAtrans Architecture Office, Shanghai
Wir haben Zeichnungen oder Ideen per Telefon, WeChat oder Online-Meeting-Apps kommuniziert. Das hatte wenig Auswirkungen auf unsere Arbeit. Wahrscheinlich wird sich die Krise jedoch auf die Arbeitsstruktur der Architekten auswirken, auch in der Ausbildung. In Zukunft werden wir vermutlich einerseits dezentraler und dynamischer, andererseits aber auch koordinierter arbeiten.

Che Fei, CU Office, Peking
Ja, denn für einige Mitarbeiter*innen war es vorübergehend nicht möglich, in Peking zu arbeiten. Ausserdem müssen sie nach den neuen Bestimmungen für Bürogebäude zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten und einen grösseren Abstand zwischen den Arbeitsplätzen einhalten.

CU Office, Kulturzentrum Dongxiang, Maxiang Village, 2019 (Foto: Jin Weiqi)

Führt die Krise zu einem Lernprozess, der sich auf architektonische oder städtebauliche Konzepte auswirken wird?

Chen Xudong, DAtrans Architecture Office, Shanghai
Ich denke oft an Frank Lloyd Wrights «Broadacre City» und das Gegenmodell, «La Ville Radieuse» von Le Corbusier. In der Isolation stelle ich mir vor, wie schön es wäre, wenn ich wenigstens einen Spaziergang in meinem Garten machen und mit meinem Kind Sport treiben könnte! Wenn man in der «Unité d'Habitation» in Marseille isoliert wohnt, kann man sich nur auf engem Raum aufhalten, da das Dach mit dem Spielplatz und den öffentlichen Einrichtungen gesperrt ist.

Xu Tiantian, DnA Design and Architecture, Peking
Auf jeden Fall. Die Ballungsgebiete sind am stärksten vom Virus betroffen. Ländliche Gebiete mit geringerer Dichte scheinen in dieser Krise sicherer zu sein. Langfristig könnte dies dazu führen, dass wieder mehr Menschen bereit sind, in dort zu leben.

Tan Gangyi, Wuhan
Architektur als die Infrastruktur menschlicher Siedlungsbereiche ist darauf ausgerichtet, die Sicherheit und Gesundheit der Menschen zu schützen. Aber heute räumen wir materiellen oder immateriellen Umweltfaktoren wenig Bedeutung ein. Statt Mathematik und Geometrie in der klassischen Architektur könnten geeignete Informationsmanagement- und Kommunikationswerkzeuge eine Plattform schaffen, an der alle teilhaben können («Refabricating Architecture» von Stephen Kieran, 2004). Stadtplanung kann Öffentlichkeitsarbeit prägen. Auf der Grundlage der infrastrukturellen Urbanistik ist das mehrdimensionale Bewertungssystem, das Governance, Beobachtbarkeit, Effizienz, Konnektivität und Vielfalt kombiniert, das Mittel der materiellen und sozialen Systeme der Stadt.

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Jeder grössere Ausbruch einer Infektionskrankheit hat seine Spuren hinterlassen, diese wird keine Ausnahme sein. Die Besonderheit des COVID-19-Ausbruchs besteht darin, dass er mit der anhaltenden ökologischen Krise und dem raschen technologischen Fortschritt zusammenfällt. Die vorübergehenden Vorteile einer Verlangsamung der Wirtschaft verbunden mit weniger Umweltverschmutzung und der Rückkehr von Tieren in die Städte zeigen die fatalen Auswirkungen unserer Aktivitäten auf den Planeten. Auf der anderen Seite werden viele traditionelle Dienstleistungen auf automatisierte Online-Plattformen umgestellt. Dadurch wird viel physischer Raum freigesetzt. COVID-19 bietet uns auch einen Ausblick auf roboterbasierte Lieferdienste, Telearbeit und Online-Versionen von Messen und Veranstaltungen. Wenn es uns gelingt, den städtischen Verkehr und die städtische Infrastruktur zu reduzieren, könnten die Städte weniger dicht besiedelt sein und grosse Flächen für Parks oder öffentliche Bereiche genutzt werden.

Zhu Xiaofeng, Scenic Architecture, Shanghai
Es wäre sehr traurig, wenn sich herausstellen würde, dass die Menschen nicht mehr gerne öffentliche Räume aufsuchen. Unser gegenwärtiges Interesse war es, neue Räume für Gemeinschaften zu entwickeln. Doch von nun an müssen wir umdenken. Ich glaube, die Menschen wollen sich immer noch treffen, sich mischen und zu gemeinsamen Aktivitäten zusammenkommen. Daher müssen die Architekten die Frage beantworten, welche Art von Raum flexibel genug für Versammlung und Abtrennung ist.

Brian Zhang Li, Atelier TeamMinus, Peking
Bereits im Jahr 2003 führte die SARS-Krise zu Änderungen der Belüftungsvorschriften für öffentliche Innenräume. COVID-19 wird weltweit ähnliche Reaktionen hervorrufen. Es scheint, dass COVID-19 die Digitalisierung des globalen Lebens beschleunigen wird, und die Gesellschaft wird hybride, flexible Räume für Mischnutzungen benötigen.

Gong Dong, Vector Architects, Peking
Das Virus offenbart die Schwäche und Verwundbarkeit unserer gesamten menschlichen Gesellschaft. Systeme und Leben können so zerbrechlich sein, wenn sie der Gewalt von Naturkatastrophen ausgesetzt sind. Es wirft schwerwiegende Fragen über die ungeheuer positive Entwicklung der Globalisierung auf, denn selbst schlimme Ereignisse wie COVID-19 können unsere vernetzte Welt mit beispielloser Geschwindigkeit treffen. Was ist der feinere Mechanismus, der Individualität und Kollektivität sowie Privatsphäre und Öffentlichkeit verbinden und in Einklang bringen könnte? Dies sind keine neuen Themen, aber die Umstände zwingen uns, sie erneut zu untersuchen.

Scenic Architecture, Sonnendecks und Badeanlagen auf der Insel Liandao, 2008 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Scenic Architecture)

Wie wird die Krise Arbeitsabläufe zukünftig beeinflussen?

Chen Xudong, DAtrans Architecture Office, Shanghai
Diese Katastrophe ist noch nicht vorbei. Jeden Tag erhalten wir von unseren Nachbarn, unseren Freunden in Korea, Italien, Deutschland und auf der ganzen Welt zahlreiche Nachrichten, die uns Angst machen, Trauer auslösen und uns den Schlaf rauben. An diesem Punkt denke ich, dass die Krankheit indirekt ein Alarmsignal für die derzeit boomende Globalisierung und Urbanisierung ist. Ich habe mich nie gegen Globalisierung und Urbanisierung ausgesprochen. Aber ihre Nachteile werden jetzt offensichtlich und werfen die Frage auf: Ist die Dichte der Stadt eine Qualität an sich? Ist es wünschenswert, dass die Menschen das Land verlassen und in die Stadt ziehen? Ist das Ausmass der Verstädterung ein wichtiger Indikator für unsere Zivilisation?

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Unternehmen werden zunehmend in der Lage sein, die bestehenden technischen Möglichkeiten für Online-Meetings zu nutzen. Wir werden digitale Plattformen kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern, um unsere Produktivität zu steigern, und wir werden flexibler werden, was unseren Arbeitsplatz angeht und letztlich weniger reisen müssen.

Zhu Xiaofeng, Scenic Architecture, Shanghai
Man sollte immer in der Lage sein, zwischen Online- und Offline-Arbeiten zu wechseln.

Tan Gangyi, Wuhan
Online-Arbeit, Fernüberwachung und VR-Technologie, insbesondere nach der Einführung von 5G und anderen Technologien, hat nicht nur einen grossen Einfluss auf das Design, sondern auch auf die Architektur selbst. Die Produktion und Verteilung von Wissen wird sich ändern, und die Kombination von online und offline in der Architekturausbildung und im Architekturdesign wird immer gängiger.

Crossboundaries, Schulbau in Shenzhen, 2019 (Foto: BAI Yu)

Haben Sie ausgehend von Ihren Erfahrungen der letzten Wochen Tipps für Architekt*innen in anderen Teilen der Welt?

Tan Gangyi, Wuhan
Rüsten Sie einen Computer mit Handschriftfunktion aus, um Ihre Designkommunikation direkter und reibungsloser zu gestalten. Noch besser wäre es, über VR mit entsprechender Software und Terminals zu verfügen. Machen Sie Pausen, machen Sie zu Hause Sport und bewahren Sie einen positiven Gemütszustand. Schliesslich ist die Gestaltung von Architektur die ideale Aufgabe, um sich mit schönen Dingen zu beschäftigen und Ihr Wissen zu nutzen, um unser Lebensumfeld zu verbessern.

Binke Lenhardt, Crossboundaries, Peking
Im Büro benötigt man alle möglichen Hygienemassnahmen und genügend Abstand zwischen den Arbeitsplätzen, um eine sichere und ausgeglichene Arbeitssituation zu schaffen. Jeder Mensch geht mit dieser Situation anders um und benötigt möglicherweise psychische Unterstützung. Es ist Teil unserer Bürokultur, Probleme offen zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Praktisch heisst das, dass einige Mitarbeiter*innen von zu Hause arbeiten müssen. Generell sollten Sie proaktiv nach neuer Software zur Verbesserung der Kommunikation mit Dritten suchen. Seien Sie sich bewusst, was um Sie herum vorgeht, behalten Sie die Situation und Änderungen der Richtlinien im Auge, um rechtzeitig reagieren zu können. Im Allgemeinen glauben wir, dass es notwendig ist, stets positiv zu bleiben und den Herausforderungen kreativ zu begegnen, um widerstandsfähig zu werden und besser auf zukünftige Schwierigkeiten vorbereitet zu sein.

Chen Xudong, DAtrans Architecture Office, Shanghai
Ich persönlich habe diese Zeit auch genutzt, um mich auf das Lesen und Übersetzen einer Reihe von Architekturdokumenten zu konzentrieren. Durch die Auseinandersetzung mit den Ideen von Gottfried Semper, Hendrik Petrus Berlage und Adolf Loos konnte ich für einige Zeit die virale Welt vor dem Fenster ausblenden. Gleichzeitig möchte ich meiner Familie und Youme (unserer kleinen Katze) für ihre Gesellschaft danken, denn gemeinsam mit ihnen habe ich die wohl unvergesslichste und warmherzigste Zeit meines Lebens verbracht.


Die Befragung wurde in englischer Sprache und schriftlich durchgeführt. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Bianca Murphy.

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