Basler Kuppel-Kopfweh

22. Januar 2018
Auf Google Earth ist sie noch zu sehen, die kleine weisse Kuppel beim Birsig, die ersetzt werden soll. Bild: Google Earth
Am Birsig, zwischen Heuwaage und Zolli, gibt es in Basel unfinished Business. Im Nachtigallenwäldeli soll wieder musiziert werden, wie einst im Lokal «Kuppel». Der Weg zur neuen Kuppel ist aber lange und beschwerlich.
Barfi.ch weiss es: Die kleine Kuppel im Nachtigallenwäldeli war im Frühjahr 2016 nach rund 28 Jahren abgerissen worden. Das zeltartige Lokal namens Kuppel, in dem Konzerte und Partys stattfanden, befand sich seit 1988 als zonenfremdes Objekt mit lediglich provisorischer Bewilligung beim Birsig. Im Juni 2017 wurde das neugestaltete Nachtigallenwäldeli eröffnet, in dessen Ecke quasi die alte Kuppel gestanden hatte. Bereits anfangs des Jahrtausends gab es einen Architekturwettbewerb für eine permanentere «Kuppel». Gewonnen hatten ihn die Basler LOST Architekten. Im Volksmund wurde die gitterartige, gewölbte Struktur ihres Projektes als «umgekippter Brotkorb» bekannt. Der Entwurf wurde gemäss TagesWoche anschliessend zweimal in in geheim gehaltene Bauprojekte umgewandelt.
 
Gebaut hat man bisher nichts, der Standort ist momentan eine Brache. Als Grund nennt die TagesWoche Querelen zwischen dem ehemaligen Betreiber und den privaten Geldgebern in der Stiftung Kuppel. Die Architekten des Wettbewerbsprojektes klagen über offene Honorarrechnungen. Trotzdem will die neu aufgestellte Stiftung unter dem Präsidium von Tobit Schäfer dem Projekt frischen Auftrieb verleihen, indem sie die Planung quasi noch mal bei null beginnt. Eine überschaubare Gruppe von jungen Architekten soll zu einem Wettbewerb eingeladen werden. «Unser Ziel bleibt, die neue Kuppel 2020 eröffnen zu können», sagte Schäfer zur TagesWoche. Auch die geschätzten Baukosten von sechs Millionen Franken bleiben dieselben.

Ob der Wettbewerbskultur mit diesem Vorgehen gedient ist? Die Geschichte hat auf jeden Fall eine Fortsetzung.
 

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