Bata-Park ist Heimat

Manuel Pestalozzi
12. November 2019
In die geschützten Bata-Hallen wurden zwischenzeitlich Wohnungen integriert. (Foto: Christine Seiler)

Der verantwortungsvolle Umgang der Jakob Müller Immobilien AG mit dem architektonischen Erbe des Bata-Parks in Möhlin wurde mit dem «Aargauer Heimatschutzpreis 2019» ausgezeichnet. Eine Schlüsselrolle bei dem Projekt kam dem Architekturbüro Bäumlin + John zu.

Als Rahmenthema des «Heimatschutzpreis 2019» wurde die «beispielhafte Erhaltung von Bauten der 1930er-Jahre im Kanton Aargau» gewählt. Preisträgerin ist die Jakob Müller Immobilien AG. Sie ist verantwortlich für die Verwandlung des Bata-Parks vom historischen Industrieareal mit Arbeiterhäusern in ein zeitgemässes, durchmischtes Quartier. Federführenden am Projekt beteiligt war auch das Architekturbüro Bäumlin + John aus Frick.

Die Anlage beruht auf dem Konzept «Wohnen und Arbeiten an einem Ort» des tschechischen Schuhfabrikanten Tomàš Bat‘a (1876–1932). Auf dem einstigen Industrieareal sollte nicht nur gearbeitet, sondern auch gewohnt, gespielt, geschwommen, getafelt und gefeiert werden. Es setzt sich zusammen aus Werkhallen im nördlichen Teil, 25 Wohnhäusern in der Mitte und dem «Wohlfahrtsgebäude» (Clubhaus) am Südrand. Das Modell des Baťadorfes beziehungsweise des Baťaparks wurde zunächst in Tschechien und der Slowakei, dann in den Niederlanden, Grossbritannien, Kanada, Frankreich, Indien und schliesslich in Möhlin umgesetzt. Auf dem Weg zur Eröffnungsfeier stürzte Tomáš Baťas Flugzeug am 12. Juli 1932 kurz nach dem Start ab. Der Visionär fand dabei den Tod.

Als Baťa 1990 den Betrieb in Möhlin einstellte, war die Zukunft des Fabrikdorfs ungewiss. 15 Jahre später übernahm die Jakob Müller AG den Bata-Park mit einer klaren Strategie: Die neuen Besitzer streben eine «gute Durchmischung von Wohnen und Gewerbe, von Erholung und Produktivität» an. Das bestehende Ensemble sollte vollständig erhalten und baulich saniert werden, während um den Park herum neue Wohnbauten entstehen. Bis 2017 konnten Bäumlin + John den Einbau von Wohnungen in die denkmalgeschützten Bata-Hallen realisieren, bereits 2016 fand die Renovation des Clubhauses durch selbiges Büro statt.

Die Wohnungen erhielten teilweise eine Doppelfassade. (Foto: Christine Seiler)

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