Baustopp durch Referendum

 Juho Nyberg
6. November 2018
Unklare Zukunft: Baustelle des neuen Flughafens Mexico City. Bild via lemmus.com
Der neue Flughafen von Mexico City sollte der zweitgrösste weltweit werden. Stattdessen ist er nun zu einem politischen Spielball verkommen.
Zu gut einem Drittel ist der von Norman Foster geplante neue Flughafen von Mexikos Hauptstadt schon gebaut. Doch ob, wie und wann er jemals fertiggestellt wird, steht derzeit in den Sternen. Auf López Obradors, designierter Präsident Mexikos (Amtsantritt im Dezember dieses Jahres), Betreiben fand vergangene Woche ein Referendum statt. Gemäss Presseberichten stimmten rund 1 Million Menschen ab, und 70% davon gegen die Vollendung des Projektes. Obrador hatte bereits in seinem Wahlkampf behauptet, rund $5 Mio. einsparen zu können, wenn der Flughafen nicht fertiggestellt würde.

Nicht nur die finanzielle Seite des Projektes ist interessant: Es entsteht in Zusammenarbeit zwischen Foster+Partners und dem mexikanischen Büro Fernando Romero Enterprise. Dessen Inhaber ist der Schwiegersohn von Carlos Slim, dem reichsten Mexikaner. Daher werden Obrador primär politische Motive unterstellt, das Projekt abzuwürgen. Anstelle des neuen Flughafens schlägt er vor, den bestehenden auszubauen und mit dem nahe gelegenen Militärflughafen zusammenzuführen. Derweil wird heftig über die Rechtmässigkeit des Referendums gestritten. Schliesslich beteiligten sich weniger als ein Prozent der gesamten mexikanischen Bevölkerung am Referendum.

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