Bern: Richtprojekt für die Wankdorfcity 3

Manuel Pestalozzi
24. Mai 2021
Visualisierung: Architekt Rolf Mühlethaler, Immofonds Asset Management AG

Ein einst vor allem gewerblich genutztes Gebiet in der Hauptstadt soll ein lebendiges Stadtquartier werden. Die Verantwortlichen träumen von einer gestapelten Stadt. 

Die Wankdorfcity 3 setzt weiter stadtauswärts fort, was die Wankdorfcity und die Wankdorfcity 2 nördlich der Bahnlinie, die von Bern nach Zürich führt, begonnen haben: die Verwandlung eines grossen Gewerbegebiets in ein pulsierendes Stadtquartier mit gemischter Nutzung. Eine im Frühjahr 2020 abgeschlossene Testplanung für das 34 000 Quadratmeter grosse, aktuell noch mehrheitlich gewerblich genutzte Areal konnte aufzeigen, dass im Rahmen der bestehenden Überbauungsordnung rund 100 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mit einer Mischnutzung und einem Wohnanteil von 40 bis 50 Prozent in verschiedenen Preis- und Angebotssegmenten sowie 50 bis 60 Prozent Büro- respektive Gewerbeflächen in einer hohen städtebaulichen und architektonischen Qualität realisierbar wären.

Eine bestehende Shedhalle soll erhalten bleiben. (Visualisierung: Architekt Rolf Mühlethaler, Immofonds Asset Management AG)

Entwicklerin des Areals ist die Immofonds Asset Management AG aus Zürich. Sie hat nach Abschluss der Testplanung mit einem transdiziplinären Team rund um den Architekten Rolf Mühlethaler sowie mit der Grundeigentümerin, der Stadt und den Nutzer*innen die Planungen weiter vorangetrieben. Das nun ausgearbeitete Richtprojekt nennt sich «Entwicklungsplan 3». Es vermittelt eine konkrete Vorstellung vom künftigen Quartier. Bauhistorisch wertvolle Gebäude wie eine alte Shedhalle und das direkt angrenzende Betonhaus sollen erhalten bleiben. Rund um diese Bestandsbauten ist eine gestapelte Stadt als Hochhausensemble angedacht. Verschiedene Gebäudehöhen (maximal 75 Meter) und -typen sowie «differenzierte Architekturen» versprechen ein vielfältiges und differenziertes Stadtbild. Begrünte Gartenbrücken, Hofterrassen und Dachgärten sollen auch auf den höheren Ebenen zum Verweilen einladen und ein gutes Stadtklima fördern. Auf den Visualisierungen wirkt das Vorhaben bisweilen ein wenig wie eine Gestaltung der Avantgardisten der 1970er-Jahre oder ein Superdutch-Projekt.

Damit das Projekt allerdings überhaupt verwirklicht werden kann, bedarf es einer Anpassung der bestehenden Überbauungsordnung. Gleichzeitig wird die Immofonds AG einen Projektwettbewerb für die gesamte Wankdorfcity 3 durchführen. Danach folgen die Projektierung und das Bewilligungsverfahren. Gemäss heutigem Stand der Planung ist mit dem Beginn der mehrere Jahre andauernden Realisierungsphase im ersten Halbjahr 2023 zu rechnen.

Das Modell von Rolf Mühlethaler setzt die neue Anlage in Bezug zu den anderen Teilen der Wankdorfcity. (Modellfoto: Architekt Rolf Mühlethaler, Immofonds Asset Management AG)

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