Bist du auch archithese?

Elias Baumgarten
2. Juni 2020
Foto: Elias Baumgarten

archithese braucht uns: Die Corona-Krise hat einer der wichtigsten Stimmen des Schweizer Architekturdiskurses wirtschaftlich schwer zugesetzt. Auf Startnext sammelt der neue Trägerverein pro archithese Geld, um die Zukunft des Magazins zu sichern. 

In den 1970er-Jahren brachte archithese mit fröhlich-bunten Heften und eigenen Gedanken zu Architektur und Gesellschaft frischen Wind in den Schweizer Diskurs und mischte die Szene auf. Heute, fünf Jahrzehnte später, ist das Magazin aus dem hiesigen Architekturgespräch schwerlich wegzudenken: archithese liefert uns sorgfältig recherchierte Essays und diskutiert Projekte vor dem Hintergrund sozialer, kultureller, politischer und ökonomischer Fragen, ist vor allem aber zu einer echten Diskursplattform gewachsen. Gerade auch mit ihrer Veranstaltungsreihe archithese kontext, einem Gefäss für den Austausch mit Gleichgesinnten, beweist sie, dass Architekturtheorie und -geschichte kein trockener Stoff sein müssen, sondern viel Spass machen können.

Seit Anfang des Jahres trägt der gemeinnützige Verein pro archithese die Zeitschrift, was der Redaktion grösstmögliche Unabhängigkeit garantieren soll. Unter diesen Vorzeichen können schwierige Themen besser denn je angepackt werden: Nach dem aktuellen Heft «Queer» erwartet uns im Spätsommer eine Auseinandersetzung mit der «Geopolitik». Doch die neue Aufstellung birgt auch Risiken – gerade in Krisenzeiten wie diesen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben archithese in Bedrängnis gebracht: Weil kaum noch Werbung gebucht wird, reichen die Mittel nicht, um das laufende Jahr zu bestreiten.

Der Architekturdiskurs braucht intellektuelle Medien mit Tiefgang und hohem Qualitätsanspruch, sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der hochstehenden Schweizer Architekturkultur. Wollen wir nicht riskieren, eines der anspruchsvollsten und traditionsreichsten zu verlieren, sind alle gefragt: Auf Startnext hat pro archithese ein Crowdfunding gestartet. Zwei Ziele werden verfolgt: Zunächst braucht es CHF 10'000, um die nahe Zukunft abzusichern. In einem zweiten Schritt sollen CHF 50'000 wirtschaftliche Sicherheit auch mittelfristig zurückbringen. Spender*innen können sich mit beliebigen Summen engagieren oder aus Paketen zwischen CHF 11 und 9'999 mit jeweils einem speziellen Dankeschön auswählen. Die Aktion unter dem Motto «Du bist archithese» läuft bis zum 10. Juli 2020. 

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