Die Katze ist aus dem Sack

 Juho Nyberg
7. Januar 2019
Heftige Vorwürfe von Patrik Schumacher. Bild: jk
Zur Klage Patrik Schumachers gegen die anderen Nachlassverwalter Zaha Hadids sind nun erste Details bekannt geworden. Die Vorwürfe sind happig.
Wie im vergangenen November an dieser Stelle bereits berichtet, tobt ein Kampf um die Weiterführung von Zaha Hadids Büro respektive um die angemessene Verwaltung ihres architektonischen Erbes. In dieser Sache hat Patrik Schumacher, der immerhin 28 Jahre mit Hadid zusammen arbeitete, Klage gegen die anderen drei Willensvollstrecker – Peter Palumbo, Brian Clarke und Rana Hadid (Zahas Nichte) – eingereicht. Davon sind nun erste Details publik geworden. Neben dem Testament Hadids existiert ein sogenannter «Letter of wishes». Darin wird etwas unscharf die Rolle Schumachers in der Führung von Zaha Hadid Ltd und Zaha Hadid Design Ltd beschrieben: «… should as far as practicable be in control of the business…». Wie Schumacher den Satz versteht, ist von selbst klar. Darüber hinaus erhebt er aber noch zahlreiche weitere Vorwürfe, etwa, dass er von der weiteren Verwendung des Namens Zaha Hadid Abstand nehmen sollte oder dass Schumacher untersagt wurde, an der Abdankung Hadids zu sprechen. Auch Schumachers Entscheidung, 2017 eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Städtebau- und Entwicklungsunternehmen Arcplus einzugehen, wird ihm vorgeworfen. Gemäss Brian Clarke sei das als Zeichen zu deuten, dass Schumacher nicht fähig sei, das Unternehmen entsprechend Hadids Vorgaben zu führen.

​Zumindest letzteres klingt nach einem schwachen Argument: ein Blick auf die Liste der Partnerschaften von Arcplus liest sich teils wie ein Who-is-who der Architekturszene: Arup, Foster + Partners, OMA, Skidmore, Owings & Merrill LLP oder Von Gerkan, Marg und Partner sind darunter.

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