Ein Bürogebäude als Kraftwerk

Elias Baumgarten
6. September 2019
Foto: Ivar Kvaal

Snøhetta hat ein Bürogebäude in Trondheim gestaltet. Das Besondere: Das neue Haus verbraucht gerade halb soviel Energie wie es mit seiner enormen Solaranlage produziert. 

Derzeit wird eine intensive Debatte um die drohende Klimakatastrophe ausgetragen. Von der Politik wird allerseits rasches Handeln gefordert. Wenig thematisiert wird in diesem Zusammenhang bisher noch die Rolle der Bauindustrie. Das verblüfft, denn diese ist für 40 Prozent der klimaschädlichen Emissionen weltweit verantwortlich, so wird geschätzt. Neue Strategien für eine bessere ökologische Performance von Gebäuden wären also dringend nötig. Snøhetta möchte bei der Suche danach eine Vorreiterrolle einnehmen. Jetzt hat das Büro stolz die Eröffnung des am weitesten im Norden gelegenen Baus mit einer positiven Energiebilanz vermeldet. Das Objekt heisst «Powerhouse Brattørkaia» und steht im norwegischen Trondheim.

Foto: Ivar Kvaal
Foto: Synlig.no

Der Bürobau befindet sich direkt am Hafen und unweit vom Hauptbahnhof, mit dem er über eine Fussgängerbrücke verbunden ist. Von aussen fällt das 18'000 Quadratmeter grosse Bauwerk vor allem durch seine dunkle Fassade auf. Diese besteht aus schwarzem Aluminium und über 3'000 Quadratmetern an Solarpaneelen. So ausgestattet produziert das Haus fast 500'000 Kilowattstunden Strom jährlich – soviel wie ein kleines Kraftwerk. Das heisst, dass täglich mehr als doppelt soviel Energie erzeugt wird wie zum Betrieb nötig sind. Der Überschuss wird im Quartier verwertet: für den Betrieb von Elektrobussen zum Beispiel oder zur Versorgung der Nachbarbauten. Um den eigenen Energiebedarf hingegen gering zu halten, wird unter anderem Meerwasser sowohl zur Kühlung als auch zur Heizung eingesetzt. Die Dämmung ist überaus effizient ausgestaltet, um die unerwünschte Erwärmung und Abkühlung des Inneren auf ein Minimum zu begrenzen. Und ein grosses Atrium belichtet die Räume, um mit möglichst wenig künstlichem Licht auszukommen. Zudem dient dieses als öffentlicher «Garten» und soll so einen zusätzlichen Mehrwert für das Quartier generieren. 

Schnitt
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 2. Obergeschoss
Grundriss 4. Obergeschoss

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