Ein Team um Giuliani Hönger soll das Fachhochschulzentrum Graubünden um- und ausbauen

Manuel Pestalozzi
8. November 2021
Der Neubau soll in Holz-Beton-Hybridbauweise erstellt werden und ein grosses Atrium erhalten. (Visualisierung © Giuliani Hönger Architekten) 

Noch betreibt die Bündner Fachhochschule Standorte überall in Chur. Mit einem grossen Neubau soll eine Zentralisierung gelingen. Der Wettbewerb um die Gestaltung ist zugunsten eines Holz-Beton-Verbundbaus entschieden.

1993 bezog die Bündner Fachhochschule (FHGR) das «Kupfergebäude» von Dieter Jüngling und Andreas Hagmann. Seither ist sie an der Pulvermühlestrasse 57 in Chur-West beheimatet. Doch sie verfügt noch über sieben weitere Standorte, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind. Das soll sich künftig ändern: Nordwestlich vom Kupfergebäude soll ein grosses Fachhochschulzentrum entstehen, indem die Bestandsbauten umgestaltet und mit einem Neubau ergänzt werden. Momentan ist das Areal, auf dem die neue Anlage entstehen soll, noch vorwiegend von Gewerbebauten besetzt.

In der Eingangshalle ist genügend Raum für Ausstellungen vorgesehen. (Visualisierung © Giuliani Hönger Architekten)
Das bestehende Transformatorenhäuschen bleibt erhalten und soll am neuen Campusplatz einen Bezug zur Vergangenheit herstellen. (Visualisierung © Giuliani Hönger Architekten)

Um die Gestaltung der Anlage wurde ein selektiver Projektwettbewerb ausgelobt, an dem sich 57 Teams beteiligten. Das Preisgericht liess 13 zu, die je ein Projekt ausarbeiteten. Durchsetzen konnte sich am Ende ein Team um das Zürcher Architekturbüro Giuliani Hönger. Es hat vorgeschlagen, den Neubau nördlich der Pulvermühlestrasse zu platzieren und davor einen Campusplatz aufzuspannen. Zusammen mit der vorhandenen Anlage der Fachhochschule und der ehemaligen Schaltstation samt Transformatorenhaus soll ein Ensemble mit Anschluss an den Parkraum der Pulvermühle und des Obertorer Mühlbachs entstehen. In einer zweiten Etappe möchte das erfolgreiche Team dann den Bestand erweitern.  

Der Neubau soll durch eine Passerelle über die Pulvermühlestrasse mit dem bestehenden Komplex der Fachhochschule verbunden werden. (Visualisierung © Giuliani Hönger Architekten)

Der Neubau setzt sich aus drei Teilen zusammen: Zwischen zwei viergeschossige Flügelbauten ist eine eingeschossige Eingangshalle platziert. Diese soll als Foyer und Ausstellungsraum dienen. Im Erdgeschoss bilden zwei Multifunktionsräume und die Mensa einen grossen, stützenfreien Saal von insgesamt 1200 Quadratmetern, der sowohl der Schule als auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen soll. 

Als Tragwerk ist eine Holz-Beton-Verbundkonstruktion vorgesehen. Der Aufwand für die Gebäudetechnik soll möglichst gering gehalten werden. Die Gebäudehülle wird aus Holz bestehen, auf den Dächern und an den Fassaden ist eine Photovoltaikanlage geplant. 

Die Jury lobt, das Projekt erfülle in Punkto Nachhaltigkeit die gestellten Anforderungen hervorragend. Es überzeuge durch einen vergleichsweise kleinen Fussabdruck, heisst es im Jurybericht weiter. Wenn die Regierung einverstanden ist und auch der Grosse Rat sowie das Bündner Stimmvolk zustimmen, könnte das Grossprojekt 2028 fertig sein.

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