Eissport-Architektur in Thun

6. Februar 2018
Projekt «Polo». Bild: Marques Architekten AG
Die Stadt Thun führte einen selektiven Projektwettbewerb für Generalplanerteams zwecks Gesamtsanierung seines Eissportzentrums Grabengut durch. Das Projekt des Teams um das Luzerner Architekturbüro Marques setzte sich durch.
Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts trug der FC Thun seine Heimspiele auf dem Areal des Grabengutes in Thun. 1954 konnten die Fussballer das neue Stadion Lachen beziehen und machten Platz für den Bau der Kunsteisbahn. Die ehemalige Holztribüne des Fussballstadions blieb bestehen und beinhaltet noch heute die Garderoben der Eishockeyvereine. 1973 wurde die Anlage im Zuge der Errichtung des Parkhauses mit einer Curlinghalle ergänzt.
 
Die Einwohnergemeinde Thun, bis anhin Baurechtgeberin des gesamten Areals Grabengut, hat die sanierungsbedürftigen Anlagen per 1. Januar 2015 erworben (Heimfall). Sie möchte nun die Gesamtsanierung der Kunsteisbahn und der Curlinghalle in Angriff nehmen und veranstaltete den Wettbewerb. Am meisten Potenzial sah die siebenköpfige Jury, bestehend aus Gemeinderat Konrad Hädener sowie externen Fachpreisrichtern und verwaltungsinternen Fachleuten, im Wettbewerbsbeitrag «Polo» (eine Reverenz an den jüngst verstorbenen Musiker Polo Hofer, der ein Thuner war). Sie schlug das Projekt des Planer-Teams rund um das Luzerner Architekturbüro Marques Architekten zur Weiterentwicklung vor.
Situation. Bild: Marques Architekten AG
Wesentliche Elemente des siegreichen Entwurfs bilden der durchdachte und grosszügig gestaltete Aussenraum sowie das bestehende Hauptdach, das mit seiner markanten Konstruktion zum Schwerpunkt der neuen Anlage wird. Städtebaulich attraktiv ist auch die neue Treppe, die den Vorplatz mit dem oberen Parkdeck und den Eingängen zur Curlinghalle sowie der Kita verbindet. Mit der neuen Durchlässigkeit des übergeordneten Wegnetzes sieht das Preisgericht die Altstadt gestärkt. Dank einer umlaufenden Tribüne – gefordert wurden 1‘500 Zuschauerplätze – wird die Haupthalle zu einer Arena, die den Anspruch, der gegen aussen geweckt wurde, im Innern optimal widerspiegelt. Die Planer schlagen vor, den Platz zum Aareufer hin nach Polo Hofer zu benennen. Voraussichtlich im Spätsommer entscheidet der Stadtrat über den Projektierungskredit.
Projekt «Polo». Bild: Marques Architekten AG

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