Festungen als Kulturgut

 Manuel Pestalozzi
12. Dezember 2017
Festungswerk Fieudo am Gotthard, 2131 m. ü. M. Bild: Michael Peuckert)
Sie ducken und verstecken sich. Und was man von ihnen sieht, ist meist nicht schön im konventionellen Sinn. Trotzdem sind Festungen bewahrenswert. Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK hat ihnen ein Buch gewidmet.
Ist es Architektur – oder doch eher Land-Art? Talsperren, Felskavernen und Schlösser, die ihre Bezeichnung wörtlich interpretieren, gehören zur Schweiz, wie das Chalet, das Grotto oder das Appenzellerhaus. Auch diese Schutz- und Wehrbauten, die sich stets auf neue Bedrohungslagen und die Entwicklung der Waffenarsenale ausrichten mussten, haben ihre Geschichte. Dass ein wesentlicher Teil von ihnen nie wirklich gebraucht wurde, erinnert uns daran, welch ein glückliches Land das unsere ist – und dass sie vielleicht ihren angeachten Zweck erfüllt haben.
 
Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK hat ihr Augenmerk auf diese meist diskreten Zeitzeugen gerichtet. Der Band 6 ihrer Buchreihe mit dem sinnigen Titel pages blanches gibt Einblick in Tradition, Bauweise und Ausstattung von Bauten, die im 19. und 20. Jahrhundert vielfach in schwierigem Gelände errichtet wurden, mit dem Ziel Natur und Eingriff miteinander verschmelzen zu lassen. In 14 Kapiteln werden ausgewählte Festungsbauten aus allen drei Landesteilen mit je 30 bis 40 Innen‐ und Aussenaufnahmen des Fotografen Michael Peuckert vorgestellt. Zu jedem Objekt werden die interessanten geschichtlichen Fakten sowie Informationen zur speziellen Architektur und der aktuellen Nutzung erörtert. Das Buch eignet sich als Weihnachtsgeschenk für Patriotinnen und Patrioten oder Fans von Paul Virilio & Claude Parent.
Sperrstelle im Kanton Glarus. Bild: Michael Peuckert
Festungen in der Schweiz
Autoren: Juri Jaquemet, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli
196 Seiten, 149 Abbildungen
Pages blanches, Band 6
Deutsch/Französisch
ISBN: 978-3-03797-307-3
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte

 

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