«Gefragt waren Teams aus Handwerkerinnen und Architekten, die das eingereichte Objekt gemeinsam realisiert haben»

Elias Baumgarten
12. Februar 2021
Haus Holdergasse, Vaduz, 2020 (Foto: Marc Lins, Olex design)

Mit dem Schweizer Preis für Putz und Farbe wurde in Krisenzeiten eine wichtige Auszeichnung auf die Beine gestellt, die Zukunft hat.

Im Rahmen der Fachmesse appli-tech werden schon seit längerem Preise in der Planungs- und Ausbaubranche verliehen – in diesem Jahr nach 2015 und 2018 bereits zum dritten Mal. Und das unter besonderen Vorzeichen: Während die Corona-Pandemie der Messebranche aufs Übelste mitspielte, organisierte die Messe Luzern in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Maler- und Gipsunternehmer-Verband SMGV den Schweizer Preis für Putz und Farbe. Es gelang trotz aller Widrigkeiten, eine hochkarätige Jury um Präsident Stefan Cadosch und Andreas Hild aus München aufzustellen und den Preis erfolgreich durchzuführen. 37 Projekte wurden von Teams aus Handwerkern und Planerinnen ins Rennen geschickt – so viele wie noch nie. Am 4. Februar konnten schliesslich die Gewinner in zwei Kategorien sowie des Sonderpreises bekanntgegeben werden. Auch hierbei musste improvisiert werden: Die Ehrung wurde unter Beachtung strenger Sicherheitsauflagen als Online-Event abgehalten und im Rahmen der appli-tech digital live übertragen. Noch offen ist unterdessen, wer den Publikumspreis erringen kann: An der Online-Abstimmung können Sie noch bis 17. Februar dieses Jahres teilnehmen.

Schulhaus am Ekkarthof, Lengwil, 2019 (Foto: Lucas Peters)

Alle ausgezeichneten Projekte überzeugen durch ihre architektonische Gestaltung, aber auch durch ein hohes Mass an handwerklicher Präzision. Samt und sonders sprechen aus ihnen Kreativität, Engagement und handwerkliches Geschick. Der grosse Abräumer war das Haus Holdergasse in Vaduz, eingereicht vom Architekturbüro Baumschlager Eberle, der Gebrüder Beck AG und der Lenum AG. Es wurde in der Kategorie Putzfassade | Farbgestaltung zum Sieger gekürt und schaffe es in der Abteilung Innenraumgestaltung zudem auf den Bronzerang. Für die beste Innenraumgestaltung wurde der Umbau des Schulhauses am Ekkarthof ausgezeichnet, der von Lukas Imhof und dem Gipsergeschäft Kradolfer geplant und realisiert wurde. Mit einem Sonderpreis bedachte die neunköpfige Jury schliesslich die Wohnüberbauung Oberzelg in Winterthur-Sennhof. Hinter dieser Eingabe steht ein Team aus dem Architekturbüro Esch Sintzel und den Firmen Archfarbe Andrea Burkhard, Meier-Ehrensperger und BWS Bauphysik.

Für die Veranstalter dürften Anzahl und vor allem Qualität der Einreichungen eine schöne Bestätigung in schwierigen Zeiten sein, die zum Durchhalten anspornt. Es wäre grossartig, könnte der Preis in seiner jetzigen Konfiguration fortgeführt werden. Oder mit Stefan Cadosch: Es braucht ihn im bereits bunten Reigen der Architektur- und Baukulturauszeichnungen definitiv.

Die Jury bestand aus:
 
  • Stefan Cadosch, Cadosch & Zimmermann, Präsident SIA, Jurypräsident
  • Professor Andreas Hild, Hild & K, Professur Entwerfen, Umbau, Denkmalpflege der TU München
  • Professorin Annette Helle, Helle Architektur, Leiterin Institut Architektur der FHNW Muttenz
  • Professor Johannes Käferstein, Käferstein & Meister, Leiter Institut für Architektur der Hochschule Luzern – Technik & Architektur
  • Hartmut Göhler, BGM Architekten
  • Pinar Gönül, blgp architekten
  • Judit Solt, Chefredaktorin TEC21 – Schweizerische Bauzeitung
  • Jörg Kradolfer, Technische Dienste Gipser des SMGV
  • Stefanie Thomet, Farbgestalterin
 
 
Diese Projekte wurden ausgezeichnet:
 
Kategorie Putzfassaden | Farbgestaltung
Gold: Haus Holdergasse, Vaduz, von Baumschlager Eberle Architekten, der Gebrüder Beck AG und der Lenum AG
Silber: Fassadensanierung am Kloster Maria Opferung, Zug, von Hegglin Cozza Architekten, dem Restaurierungs-Atelier Josef Ineichen, der Urban Fuchs Bau AG, der Maler Matter AG und der Keimfarben AG
Bronze: Bâtiment Codha, Genf, von Dreier Frenzel, BTB und RST
 
Kategorie Innenraumgestaltung
Gold: Schulhaus am Ekkarthof, Lengwil, von Lukas Imhof und dem Gipsergeschäft Kradolfer
Silber: Hofcafé Rathaus zum Äusseren Stand, Bern, von Bellorini Architekten, Wenger, Hess & Partner, der Burkhard & Co AG, Lorenzo Conti, der Création Baumann AG, der Steffen Raumkonzepte AG, der A. Reist Schreinerei und Roland Aebi
Bronze: Haus Holdergasse, Vaduz, von Baumschlager Eberle Architekten, der Gebrüder Beck AG und der Lenum AG
 
Sonderpreis
Wohnüberbauung Oberzelg, Winterthur-Sennhof, von Esch Sintzel, der Meier-Ehrensperger AG, Archfarbe Andrea Burkhard und der BWS Bauphysik AG
 
 
Zum Jurybericht
 
 
Der Preis wurde gesponsert von Saint-Gobain Weber Schweiz, Gimafonds und Saint-Gobain Rigips.

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