Guter Auftritt

 Jenny Keller
1. März 2012
Fabio Felippi und Thomas Wyssen haben den Foundation Award 2011 gewonnen. Die beiden Basler Architekten haben ihr Handwerk bei Herzog & de Meuron verfeinert. Seit 2009 beweisen sie in ihrem eigenen Büro Felippi Wyssen ihr Können. Jenny Keller hat die Architekten in ihrem Atelier in Basel getroffen.
Durch die Auszeichnung mit dem Foundation Award seien verschiedenste Personen auf ihr Büro aufmerksam geworden, freuen sich Felippi Wyssen. Das eingereichte Projekt, die mobile Marienkapelle, stiess auf reges Interesse, und dank der Auszeichnung wurden sie von einer privaten Bauherrschaft mit einem interessanten Projekt beauftragt, das zur Zeit in Bearbeitung ist.

Die Marienkappelle wurde in Zusammenarbeit mit einer Privatperson lanciert. Die Auseinandersetzung mit der nicht alltäglichen Nutzung einer Marienkappelle und das experimentelle Arbeiten während des ganzen Arbeitsprozesses hat die beiden fasziniert und dazu bewogen, das Projekt beim Foundation Award einzureichen. Zudem sei es eine grosse Herausforderung gewesen, ein Objekt ohne fixen Standort zu entwickeln. Normalerweise sei die Situation für die Entwicklung eines Grundkonzepts elementar, was es bei dem Projekt der Marienkappelle nicht gab. Man musste sich bei der Herangehensweise des Projektes also komplett neu orientieren.
Marienkappelle, mobil, 2010. Visualisierung: Felippi Wyssen
Noch arbeiten die zwei mit einem Angestellten in einem ehemaligen Schuhmacherlokal im St. Johann-Quartier in Basel unweit des Novartis Campus. Das Quartier gefällt Felippi Wyssen gut, es ist im Umbruch – wie die Architekten selbst. Weil die Kleinigkeiten einen Auftritt ausmachen hat man sich kurz nach Bürogründung und den Anfängen in einem Grossraumgemeinschaftsbüro beschlossen, die eigenen Räumlichkeiten zu mieten, wo Diskussionen um Kosten und delikate Sitzungsgespräche in den eigenen vier Wänden bleiben.

Fabio Felippi und Thomas Wyssen haben sich bei Herzog & de Meuron kennengelernt, wo sie beide nach dem Architekturstudium an der FH Basel als Projektleiter gearbeitet haben. 2009 haben sie nach einer Anfrage einen Neubau für fünf Parteien zu erstellen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, an Wettbewerben teilgenommen und Umbauten realisiert.
Umbau Pfeffelstrasse, Basel. Bild: Philippe Hollenstein
Der Umbau an der Pfeffelstrasse in Basel, ein einfaches Arbeiterhaus mit zwei Stockwerken, war geprägt von einem schmalen Budget. Boden, Wand und Decke wurden saniert, die Haustechnik musste teilweise erneuert werden, Bad und Küche ebenfalls. Das gesamte Haus wurde subtil renoviert und an der Struktur nicht verändert, um die charakteristischen Eigenschaften zu erhalten. Felippi Wyssen sind, wie die Bauherrschaft, sehr zufrieden mit dem Projekt, nicht nur wegen der architektonischen Umsetzung, sondern auch, weil es unter einem engen Kostenrahmen gelungen ist.

Nach zahlreichen Wettbewerben und einem Sieg (das Schulhaus in Vernay bei Estavayer-le-Lac), wird es bald in die Ausführungsphase eines grossen Projekts gehen. Was aber bedeutet, dass mehr Angestellte benötigt werden und man den ehemaligen Schuhmacherladen leider verlassen muss.
Wettbewerbsbeitrag für die Botschaft Nairobi. Visualisierung: Felippi Wyssen

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