Hausbesetzer und Yuppies

 Juho Nyberg
7. Juli 2015
Nur eine Möglichkeit, historische Gebäude zu nutzen: Besetzte Häuser in Hamburg. (Bild: wikicommons)
Was liegt gedanklich der Erhaltung von Gebäuden zugrunde? Neben der Baugeschichte geht es immer ein Stück weit auch um die individuelle Geschichte und Gewohnheiten.
Hausbesetzer und Yuppies haben trotz ihrer offensichtlich sehr gegenläufigen Lebenshaltung doch mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick denken mag. In seinem scharfen Artikel weist Roger Behrens in der taz darauf hin, dass beide sich bevorzugt in alten, leeren Gebäuden einrichten – die einen halt etwas einfacher. Wobei der mittlerweile verflachte Hype um Lofts und ihren sogenannten Industriecharme ja eigentlich nichts anderes war, als eine domestizierte Form von Hausbesetzung.

Beide Extreme haben sich in der Postmoderne herausgebildet, der ihnen zugrunde liegende Experimentierwille ist nach Behrens eine explizit postmoderne Haltung. Doch sieht er in den letzten zehn Jahren eine Rückkehr oder zumindest eine Vermischung zu bürgerlichen, wenn nich gar spiessigen Werten, deren Ergebnis heute unter «Gentrifizierung» subsummiert werden kann. 

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