Historischer Rekord

Elias Baumgarten
6. Februar 2019
Zürich. Bild: Elias Baumgarten

3'360 neue Wohnungen wurden 2018 in Zürich fertiggestellt, das gab das Statistische Amt der Limmatstadt bekannt. Dies ist der höchste Stand seit sechzig Jahren.

Die Mietzinsen in Zürich sind hoch, die Leerstandsquote gering – der Wohnungsmarkt der Stadt ist angespannt. Im letzten Jahr erreichte allerdings auch die Zahl fertiggestellter Wohnungen ein Langzeithoch, wie das Statistische Amt unlängst vermeldete: Insgesamt 3'360 wurden auf dem Stadtgebiet fertig. Die Bautätigkeit erreichte damit das Niveau der 1960er-Jahre, als grosse Teile von Schwamendingen entstanden. Weil zugleich wenig abgebrochen wurde, bedeutet das unter dem Strich 2'725 Einheiten mehr.

Die meisten neuen Wohnungen gibt es im Kreis 9 zu verzeichnen und dort vor allem in Altstetten: 751 Einheiten wurden in diesem Stadtteil fertig. Rechnet man die Abrisse heraus, so macht das ein tatsächliches Plus von 601. Auch entstanden in Altstetten die grössten Neubauten: Die drei Hochhäuser im Vulcano nahe des Bahnhofs warten mit 298 Wohnungen auf und das Labitzke-Areal mit deren 277. Besonders viel wurde auch in den Kreisen 2 und 11 gebaut. Dort waren es 500 neue Wohnungen. Nur im Kreis 4 schrumpfte der Bestand. 

Die meisten neuen Einheiten errichteten private Gesellschaften mit 1'597. Auf Platz zwei folgen die Baugenossenschaften mit 866 und auf dem dritten Rang die öffentliche Hand mit 165. Rückschlüsse auf die Erreichbarkeit des Drittelziels – bis 2050 soll der Anteil gemeinnütziger Wohnungen in Zürich auf ein Drittel gesteigert werden – lassen sich aus diesen Zahlen allerdings nicht ziehen, so die Statistiker.

Rückgang erwartet

Das Statistische Amt rechnet damit, dass sich der Baumboom in den kommenden Jahren wieder abschwächen wird. Die Zahl der Bewilligungen und neu angegangenen Projekte sinkt nämlich. Aktuell sind weitere 4'522 Wohnungen im Bau – 1'000 davon in Altstetten. Ein interessanter Trend zeichnet sich indes auch bei den Baukosten ab: Sie schrumpfen deutlich. So erreichte die Bausumme trotz des grossen Volumens den niedrigsten Stand der letzten acht Jahre.

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