Ideen für Luganos Uferfront

Manuel Pestalozzi
3. Februar 2020
Die dynamisch nutzbare Uferzone sieht die Vision durch eine rotierende schwimmende Insel ergänzt. (Visualisierung: CRA)

Der Turiner Carlo Ratti ist so etwas wie der Shooting Star der aktuellen Stadtraumentwicklung. Eben hat er für die Uferfront von Lugano eine Vision entwickelt, die sich auf originelle Weise des Verkehrs annimmt.

Die Vision spricht ein Thema an, an dem die meisten Städte mit Seeanstoss leiden: dem grossen Verkehrsaufkommen entlang der Ufer. In Partnerschaft den Mobilitätsspezialist*innen von Mobility in Chain (MIC) haben CRA-Carlo Ratti Associati ein «dynamisches Strassensystem» entwickelt, welches eine einfache Zuweisung und Reduktion von Fahrspuren zulässt. Zentral bei den Überlegungen sind die Shared Surfaces. Zur Idee gehören eine smarte Signaletik, Mikromobilitäts-Lösungen, einfühlsam reagierendes Strassenmobiliar und eine Infrastruktur, die saubere Energie durch Hitzeabsorption generieren kann. Dass die Segnungen der Digitalisierung bei der Umsetzung auf breiter Front eingeplant sind, versteht sich von selbst.

Der Strassenraum soll sich je nach Jahres- und Tageszeit oder Wochentag bedarfsgerecht nutzen lassen. (Plan: CRA)

Ein wichtiges Ziel der Intervention ist gemäss der Website von CRA die Erhaltung der Promenadenanlage, die 1863 von Pasquale Lucchini entworfen wurde. Die Stadt soll aber auch in den See «ausgreifen» können. Dazu dient die Idee einer schwimmenden Insel, die sich um ihre Achse dreht. Sie soll über diverse Stege erreichbar sein und eine Abfolge von öffentlichen Räumen enthalten, unter anderem ein Garten, welcher der Biodiversität um den Luganersee verpflichtet ist. 

Fahrspuren sind unterschiedlich bespiel- und verschiebbar. (Plan: CRA)
Die Insel soll mitunter an die Biodiversität der Region erinnern. (Visualisierung: CRA)

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