Mutige Entscheidung

 Inge Beckel
15. Mai 2017
Ausgezeichnet wurde die Renovierung eines der grössten Wohnblöcke der Niederlande. Bild: Marcel van der Brug
DeFlat Kleiburg in Amsterdam heisst der diesjährige Gewinner des Preises der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, des Mies van der Rohe-Preises 2017.
Die verantwortlichen Architekten sind NL architects und XVW architectuur; Auftraggeber Kondor WesselsVastgoed. NL architects erhielten bereits 2005 für die BasketBar in Utrecht den Nachwuchsarchitektenpreis des EU Mies Award.

Kleiburg ist einer der grössten Wohnblöcke der Niederlande. Es handelt sich um einen gebogenen Block mit 500 Wohnungen im Amsterdamer Stadtviertel Bijlmermeer. Das Consortium DeFlat rettete das Gebäude vor dem Abriss und verwandelte es in ein «Klusflat», was bedeutet, dass die Bewohner ihre Wohnungen selbst renovieren. Diese innovative Form einer Renovierung ist also als Sieger aus der renommierten Auszeichnung hervorgegangen.

Mit dieser Entscheidung will die Jury Qualität und Relevanz des kollektiven Wohnungsbauprogramms hervorheben. Es ist das erste Mal, dass  ein Renovierungsprojekt mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wird. Die Jury bewertet positiv, dass das Projekt eine kollektive Leistung vieler Menschen ist. Und dass das architektonische Konzept den Mega-Wohnblock in ein zeitgemässes Wohngebäude mit hoher Flexibilität verwandelt hat.

Auch der Nachwuchspreis ging an ein Wohnbauprojekt, konkret an die Brüsseler Studios MSA/V+ für die Arbeit NAVEZ. Dabei handelt es sich um fünf Sozialwohnungen, einem Wohnungsbauprojekt, das die doppelte Zielsetzung der örtlichen Behörden erfüllt, das urbane Revalidierungsprogramm mit einem Wahrzeichen am Eingang der Stadt zu repräsentieren und beispielhafte Wohnungen für grosse Familien zu schaffen.
Nachwuchspreis 2017, Wohnungsbau in Brüssel. Bild: © Serge Brison

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