Neues Festival

 Susanna Koeberle
6. April 2018
Criterion ist ein neues Festival für Design und Esskultur. Bild: sk
Am Festival «Criterion» zeigen rund 100 Aussteller, wie ethisch korrekter Konsum funktionieren kann. Neben Produkten bietet der Anlass auch verschiedene Workshops an.
Wir gehören zu den Ländern, in denen Konsum schon fast zum guten Ton gehört – obwohl sich auch hierzulande bei Weitem nicht alle Leute diesen konsumorientierten Lebensstil leisten können. Aber das ist ein anderes Thema. Dass Konsum und Besitz nicht zwingend auf meterhohen Abfallhügeln enden müssen, wollen Jungunternehmer und Jungunternehmerinnen auf dem erstmals stattfindenden Festival «Criterion» zeigen. Ihr Rezept: Auf Produkte setzen, die mit Rücksicht auf Ressourcen, Regionalität oder umsichtigem Design hergestellt wurde. «Criterion» setzt auf Langlebigkeit, statt auf Durchlauferhitzer.  

Rund 100 Aussteller präsentieren bis am Sonntag ihre Produkte: Food, Einrichtungsgegenstände, Textilien, Kleider, Kosmetik oder sogar Pflanzen. Viele bieten auch Workshops an: Man darf kochen, töpfern oder Messer schleifen, es gibt Tipps zum Bepflanzen eines Stadtgartens oder zum selber Kompostieren Das Spektrum ist gross und  macht erstmals Lust, die unterschiedlichen Firmen kennenzulernen. Viele stammen aus der näheren Umgebung, einzelne sind sogar aus dem Ausland angereist. In den Hallen 1 und 2 der Messe Zürich ist die Stimmung gut am Eröffnungsabend, das Interesse gross. Schliesslich gehört heute beim Konsumieren auch das Nachfragen zum guten Ton. Die Auftritte fallen ganz unterschiedlich aus, doch auch weniger gestylte Stände tragen zur Diversität der Veranstaltung bei. Ein reiner Hipster-Event wäre ja auch ätzend.

Bereits etablierte lokale Labels wie Soeder (Seifen), Reseda oder GregoryClan (Möbel), Atelier Volvox (Objekte), Velt (Schuhe) oder F-abric by Freitag (Kleider) sind auch vor Ort. Zu den Entdeckungen gehört das neue Label Otter Zurich, das von einer Zürcherin und einer Berlinerin Ende letztes Jahr gegründet wurde. Sie stellen Taschen Decken oder andere textile Gegenstände aus aussortierten Textilresten her. Davon gibt es nämlich genug. Gefärbt werden die Teile mit reinen Pflanzenfarben. Fünf Prozent des Jahresumsatzes spenden sie für den Schutz der Meere. «Jeder, der bei uns ein Produkt kauft, hat ein kleines Stück Textil, das potentiell im Abfall gelandet wäre, wiederverwendet – anstatt irgendwo ein neues zu kaufen», sagt eine der Gründerinnen. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch schön anzusehen.
Das Programm beinhaltet neben Workshops auch Vorträge. Bild: sk

Verwandte Artikel

Vorgestelltes Projekt

Alberto Campo Baeza

Raumplan house

Andere Artikel in dieser Kategorie