Nutzungswandel in Rorschach

Manuel Pestalozzi
25. Februar 2019
Bild: Baumberger & Stegmeier Architekten

Auf dem Areal der einstigen Stickereifabrik Feldmühle entsteht ein lebendiges, innerstädtisches Quartier mit gemischten Nutzungen für Wohnen und Gewerbe. Baumberger & Stegmeier Architekten gewannen den Wettbewerb.

Die Feldmühle liegt etwas oberhalb des Stadtkerns, hangseitig der Bahnlinie, die nach St. Gallen hinaufklettert. 1910 galt die Feldmühle AG als grösste Stickereifabrik der Welt: Sie beschäftigte insgesamt 2'725 Mitarbeitende. 1946 fand dort der grösste Streik der bisherigen Schweizer Industriegeschichte statt. Dies erfährt man auf der interessanten Website des Areals, das nun, genau 40 Jahre nach der Einstellung der ursprünglichen Produktion, einer neuen Nutzung zugeführt werden soll. 

Die Steiner Investment Foundation ist seit Juli 2017 mit der Anlagegruppe Swiss Development Residential Eigentümerin des Feldmühle-Areals. Gemeinsam mit der Stadt Rorschach wurde auf Basis des Stadtentwicklungsprogramms «Seestadt Rorschach» ein Konzept für das Areal entwickelt, um sowohl die Qualität als auch die wirtschaftliche Tragbarkeit zu sichern. Nun liegen die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs vor. Mit dem siegreichen Projekt der Baumberger & Stegmeier Architekten aus Zürich soll jetzt die notwendige Umzonung angegangen werden. Die architektonische Qualität aus dem Wettbewerb soll mittels eines Gestaltungsplans gesichert werden. 

Die «industrielle Setzung» der Baukörper wird im Projekt von einem grünen Aussenraum überlagert, der die Gebäude und dazwischenliegenden Innenhöfe verbindet. Gewerbliche und öffentliche Nutzungen in den Erdgeschossen sollen das offene Areal, das über seine Gassen und Stiege durchquert werden kann, beleben. Das Projekt sieht den Erhalt einzelner bauhistorisch wertvoller und identitätsstiftender Gebäude vor. Der ursprüngliche Charakter der früheren Industrieanlage soll spürbar bleiben. Geplant sind je rund 40 Prozent Eigentums- und Mietwohnungen. Rund ein Fünftel der Fläche ist für Gewerbenutzungen vorgesehen, um Wohnen und Arbeiten auf dem Areal zu verbinden. Bei reibungslosem Projektverlauf rechnet die verantwortliche Immobilienentwicklerin Steiner AG mit der Fertigstellung per 2025.

Bild: Baumberger & Stegmeier Architekten

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