Pfahlbau legt im Düsseldorfer Hafen an

Ulf Meyer
7. Oktober 2020
Visualisierung: ingenhoven architects

In Düsseldorf, der Hauptstadt des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen, soll ein grosser Neubau entstehen – auf 180 Pfählen abgestützt und über vier Brücken mit den anderen Piers im Hafen und der Stadt verbunden. Das Projekt heisst «Pier One», gestaltet hat es das ortsansässige Büro ingenhoven architects.

Bauen kann man auch auf dem Wasser – natürlich längst bekannt, beweist dies das Grossprojekt «Pier One» im Düsseldorfer Hafen noch einmal eindrücklich. ingenhoven architects, deren Büro in Sichtweite liegt, haben einen Neubau entworfen, der auf einer neu geschaffenen, von 180 Pfählen getragenen Plattform entstehen soll. Vier Brücken sollen die Anlage mit den Nachbarpiers und der Stadt verbinden. Dieses neue Wegenetz ist für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt in ihrem Vorzeige-Neubauviertel «MedienHafen» von grossem Vorteil, denn durch die langen Kais waren die Wege von einem Hafenbecken zum anderen und zu den Spitzen der Piers bis anhin sehr weit. Die Idee geht auf die Ausstellung «Living Bridges» zurück, die vor zwanzig Jahren stattfand und vom Pariser Centre Pompidou und der Londoner Royal Academy kuratiert wurde. Damals wurde erstmals ein Wegenetz aus schwimmenden Brücken und Stegen im Hafen vorgeschlagen. 

Visualisierung: ingenhoven architects
Visualisierung: ingenhoven architects

Das «Pier One» verknüpft Wohn-, Freizeit-, Hotel- und Büronutzungen. Corona-bedingt könnte sich der Nutzungsmix allerdings noch ändern, denn auch in Deutschland wird die Arbeit im Home-Office wohl weiter zunehmen; sogar ein gesetzlicher Anspruch wurde unlängst von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schon ins Spiel gebracht. Zwei fünfgeschossige Gebäudeteile mit Staffelgeschossen und Dachterrassen sollen sich gemäss den Plänen über einer Parkgarage erheben und über ein Atrium verbunden werden. Im Erdgeschoss werden Cafés und Restaurants Blicke auf die Silhouette der Stadt bieten. Zwei öffentliche Plätze, einer im Osten mit Blick zur Stadt und einer im Süden mit Blick auf den Kesselpark, sollen einen an Venedig erinnernden «öffentlichen Raum auf dem Wasser» schaffen. Schon im nächsten Jahr werden, so ist geplant, die Bagger anrollen. Die Fertigstellung ist für 2024 anvisiert.

Visualisierung: ingenhoven architects

Vorgestelltes Projekt

KEPENEK

GESTALTUNG ‘SKY LOUNGE’, SCHINDLER BESUCHERZENTRUM, EBIKON

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