Posterboy Negrellisteg

 Manuel Pestalozzi
19. Dezember 2018
Bild: nightnurse images GmbH
Die Stadt Zürich will 2019 weiter planen und bauen. Was, wo und wie, war am 18. Dezember an der Jahresmedienkonferenz des Tiefbauamts zu erfahren. Noch mehr wird der Fussverkehr ein Grundpfeiler der Mobilität sein.
Was ist die Stadt ohne Verkehr? Genau: Nichts! Und da Zürich in naher Zukunft kein Friedhof werden will, wird auch 2019 in Sachen Mobilität emsig geplant, gebaut, verbessert. Hohe Priorität haben die «Situationen im Fussverkehr». Sie werden heute als teilweise nicht zufriedenstellend erachtet. Die Einführung von «Standards Fussverkehr» soll ihre Attraktivität erhöhen. Konkret bedeutet das die Aufhebung gemeinsamer Fuss- und Veloverkehrsflächen, die Reduktion von Hindernissen im Trottoirbereich oder die Verbesserung der Sicherheit an Fussgängerstreifen. Die Standards werden aktuell erarbeitet, mit dem Abschlussbericht ist im Herbst 2019 zu rechnen.
 
Die Krone setzte der Jahresmedienkonferenz des Tiefbauamts der projektierte Negrellisteg auf. Seine Visualisierungen bereicherten die eher trockenen konzeptionellen Erläuterungen – und verkörpert er nicht die postulierte Fussgängerpriorität exemplarisch? Im September 2019 starten die Bauarbeiten. Das Projekt der 10:8 Architekten GmbH aus Zürich überquert das Gleisfeld beim Hauptbahnhof. Er wird den Gustav-Gull-Platz beim Zentralstellwerk bei der Europa-Allee mit dem Negrelliplatz im Bereich der Klingenstrasse verbinden. Er hat das Potenzial, als Wahrzeichen der neuen Gleisrandbebauungen zu gelten. Die jüngst oft gescholtenen SBB Immobilien bauen den Steg in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt. Die Stadt Zürich und die SBB tragen je 50 Prozent der Gesamtkosten. Im September 2020 soll der Steg eröffnet werden.
 
Veränderungen sind auch am Heimplatz zu erwarten, allerdings erst nach der Eröffnung der Erweiterung des Kunsthauses an der Nordseite des Platzes. Die Haltestellen der Tramlinien 5 und 9 werden in die Rämistrasse verlegt, ausserdem stellt das Tiefbauamt bessere Querungsmöglichkeiten, mehr Patz für den Fussverkehr sowie genügend breite Velostreifen in Aussicht. Das ganze läuft nicht unter dem Motto Verschönerung oder Klärung der komplizierten Situation sondern soll in erster Linie eine Erhöhung der Verkehrssicherheit bringen. Derzeit läuft ein Wettbewerb mit sechs Teams, ein Siegerprojekt aus den eingereichten Beiträgen wird im März 2019 gekürt. Renaissance des Heimplatzes ist ab dem Jahr 2023 geplant.
 

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