Rekonstruktion in Steckborn

Manuel Pestalozzi
14. Oktober 2019
Aus der Ferne scheint Steckborns Altstadt intakt, doch seit einem Brand klaffen Wunden, die es rasch zu schiessen gilt. (Foto: Manuel Pestalozzi)

Kurz vor Weihnachten 2015 brannten in der Altstadt von Steckborn sechs denkmalgeschützte Häuser nieder. Das Gesuch für den Wiederaufbau wurde nach langem Hin und Her Anfang Oktober eingereicht. Demnächst können die Bauarbeiten starten.

Basis für die Rekonstruktion an der Hauptstrasse der Stadt am Untersee ist das Projekt «Triplex». Dieses orientiert sich an einem früheren Vorschlag namens «L’Aquilino». Dies ist einem aktuellen Bericht des St.Galler Tagblatts zu entnehmen. Viele Architekt*innen befassten sich mit der Aufgabe, darunter auch Valérie Cottet vom Büro Ryf Partner aus Zürich, der es zu verdanken sei, so das Tagblatt, dass in das ins Stocken geratene Unternehmen Wiederaufbau neuer Schwung gekommen sei, und Cornelia Bein, Mitglied der Stiftung Ortsbild und Vertreterin der drei involvierten Eigentümerschaften. Nach dem Brand gab es 69 Rekonstruktionsvorschläge, von denen keiner überzeugen konnte. Das Modell, das nun mit dem Baugesuch erstellt wurde, stammt von der Ryf Partner AG.

Die Rekonstruktion zeigt sich als schwieriges Unterfangen, viele Hürden müssen genommen werden. Jenseits der Denkmalpflege erwies sich auch die Frage der Beheizung der Häuser als verzwickt. Denn für Gas gäbe es nur schwerlich eine Genehmigung, Photovoltaik passt nicht in die Altstadt. So entschied man sich für Erdsonden, die allerdings mit hohen Mehrkosten verbunden sind. Mittlerweile drängt die Zeit. Der Bauplan ist eng an die finanzielle Beteiligung der Gebäudeversicherung geknüpft, die offenbar nicht länger warten kann. «Der Rohbau sollte bis Ende Jahr stehen», sagte Bein dem St.Galler Tagblatt, vermutlich ist dabei 2020 gemeint.

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