«Ronquoz21» mit Herzog & de Meuron

Manuel Pestalozzi
16. Dezember 2019
Rhone, Bahnanlagen und Autobahn sowie der Flugplatz am unteren Bildrand begrenzen das Planungsgebiet. (Visualisierung © Herzog & de Meuron)

Zwischen dem Flugplatz von Sitten und der Rhone soll ein neues Stadtquartier entstehen. Den städtebaulichen Wettbewerb haben Herzog & de Meuron und Michel Desvigne Paysagiste gemeinsam gewonnen.

Ronquoz bedeutet im regionalen Französisch schlicht Rodung. Die so benannte Ebene südwestlich der Altstadt von Sitten wurde lange landwirtschaftlich genutzt, in den 1930er-Jahren entstanden südlich der Bahnlinie und parallel zu ihr die Rollbahnen des Flugplatzes. Zwischen den Gleisen und der Rhone verläuft jetzt die Autobahn 9, was aus Ronquoz einen idealen Standort für Gewerbezonen macht.

Unter dem Namen «Ronquoz21» will die Stadt Sitten das Gebiet zwischen Bahn und Fluss jetzt in ein gemischtes Quartier verwandeln. Deshalb wurde für ein rund 60 Hektar grosses Transformationsgebiet ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben. Aus diesem ging der gemeinsam Vorschlag von Herzog & de Meuron und Michel Desvigne Paysagiste als Sieger hervor.

Herzog & de Meuron schreiben auf ihrer Website, mit dem Projektvorschlag würden Thesen aus «Die Schweiz. Ein städtebauliches Portrait» (2006) und «achtung: die Landschaft» (2015) des ETH-Studios Basel einem Praxistest unterzogen. Hintergrund ist die Anwendung des revidierten Raumplanungsgesetzes, welche die Bautätigkeit im Bergkanton Wallis einschränken wird. Trotzdem sei eine Verdichtung im Talgrund möglich und richtig. Sion und Ronquoz werden als Teil des Städtenetzes in der Ebene des Rhonetals interpretiert. Seinem Vorschlag zur Transformation des Industrie- und Gewerbegebietes «Ronquoz21» schreibt das Basler Büro Modellcharakter zu.

Die vorgeschlagene Bebauung konzentriert sich in Talrichtung parallel zu den Gleisen und der Autobahn. So wird in der Mitte der Anlage ein Freiraum offen gehalten. Als identitätsstiftender Erholungsort soll eine Kette von Gärten entstehen. Sie sind verbunden durch den «Cordon boisé», einen von Bäumen dicht gesäumten Weg. Auch auf Strassen, Plätzen und in den Gärten zwischen den Häusern sollen überall Bäume in grosser Zahl gepflanzt werden. Die Stadt will bis 2024 einen neuen Zonenplan ausarbeiten.

Alle Projekte des Wettbewerbs können noch bis am 11. Januar 2020 an der Route des Ronquos 17 in Sitten besichtigt werden. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 15 bis 18.30 Uhr (mit Ausnahme vom 25. Dezember und 1. Januar).

Grünzüge sollen die dicht überbauten Quartierteile in Längsrichtung durchqueren. (Visualisierung © Herzog & de Meuron)

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