Rückwärts-Gesten, Rückwärts-Bilder

Manuel Pestalozzi
27. Februar 2019
Pauline Boudry / Renate Lorenz, Moving Backwards, 2019. Bild: mit freundlicher Genehmigung der Künstlerinnen

Moving Backwards nennt sich der Beitrag im Schweizer Pavillon an der 58. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia. Es handelt sich um eine grosse, immersive Installation des Künstlerinnen-Duos Pauline Boudry / Renate Lorenz.

Die Schau Moving Backwards nimmt Bezug auf die aktuelle politische Situation, mit ihren regressiven und reaktionären Kräften der Abschottung gegenüber allem, was anders ist – so liest man in der Erläuterung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, welche den Auftritt betreut. Als Reaktion auf den «gegenwärtigen Backlash» schlagen die Künstlerinnen Pauline Boudry und Renate Lorenz anstelle einer frontalen Opposition vor, «backward movements» als Werkzeug zu betrachten, mit dem an «neuen Formen des Widerstands und des Handelns» gearbeitet werden kann.

An der grossen filmischen Installation beteiligen sind auch Julie Cunningham, Werner Hirsch, Latifa Laâbissi, Marbles Jumbo Radio und Nach. Sie experimentieren mit Rückwärts-Bewegungen. Die Gäste im Pavillon sind eingeladen, in eine dichte Choreografie aus Gesten, Filmausschnitten sowie animierten Objekten einzutauchen, und sich in einer Umgebung, die an einen Nachtklub erinnert, aussergewöhnlichen Begegnungen auszusetzen. Diese körperliche und sensorische Erfahrung wird durch Reflexionen über das Thema des Pavillons ergänzt, die von Autorinnen aus den Bereichen des politischen Aktivismus, des Postkolonialismus und der Queer-Theorie, der Philosophie und der Kunst verfasst werden. Evviva la Svizzera!

Die Rauminstallation kann an der 58. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia vom 11. Mai bis am 14. November 2019 besucht werden.

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