Saniertes Aalto-Hochhaus bezugsbereit

Manuel Pestalozzi
3. September 2019
Die Vermieterin präsentiert den Bau als würdiges Gegenüber der Rigi. (Foto via aalto-hochhaus.ch)

Eine Wohnanlage in Luzern-Schönbühl von Alvar Aalto wurde in den vergangenen Monaten saniert. Erst 35 der 91 Wohnungen sind vermietet. Das Überangebot an Einheiten im mittleren Preissegment in der Reussstadt scheint spürbar.

Eigentlich würde man denken, dass sich Liebhaber*innen um diese Wohnungen reissen: Das vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Hochhaus aus den 1960er-Jahren liegt gut erschlossen in Seenähe, Luzerns Zentrum und der Bahnhof sind nicht weit und zur Überbauung gehört auch ein Einkaufszentrum. Viele Details sind im Original erhalten, die Technik wurde auf den «Standard von Eigentumswohnungen» gebracht und die Liegenschaft wird im Internet wirkungsvoll unter aalto-hochhaus.ch als Stararchitektur vermarktet. Gemäss einem Bericht in der Luzerner Zeitung kostet eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit 95 Quadratmetern je nach Etage und Orientierung zwischen 2'040 und 3'390 Franken brutto. Nicht überrissen, werden sich manche Zürcher*innen da wohl sagen. Allein, die Vermietung läuft bisher schleppend.

Nicolas von Schumacher von der Besitzerfamilie der Liegenschaft sagte gegenüber der Luzerner Zeitung, er rechne in den kommenden Wochen mit einem Anstieg der Vermietungen. Dass das mangelnde Interesse auf die Preise zurückzuführen ist, kann er sich nicht vorstellen: «Wir sprechen den Mittelstand an, und da gibt es durchaus einen Markt.» Vielmehr ortet er das Problem im «zunehmenden Überangebot» an mittelpreisigen Wohnungen in der Region Luzern. «Zudem schwächelt die Wirtschaft – das alles wirkt sich auf den Wohnungsmarkt aus», fügt er an. Dies mache sich nicht zuletzt bei der Vermietung der rund 400 Quadratmeter grossen Penthouse-Wohnung bemerkbar, die sich über das gesamte Dachgeschoss erstreckt.

Für Aufregung im Vorfeld der Wiedereröffnung sorgte indes die Nachricht, dass Mieter*innen im Aalto-Hochhaus für einen Veloparkplatz 25 Franken pro Monat auf den Tisch legen sollen. Dies führte sogar zu einem Postulat im Gemeinderat, das den den Stadtrat auffordert, zu prüfen, ob die Baubewilligungsauflage ergänzt werden könnte. Der Vorstoss ist noch hängig.

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