Spatenstich für Botta-Sternwarte

Manuel Pestalozzi
10. September 2019
In einer grossteils unterirdischen Anlage soll künftig das Firmament studiert werden. Gestern fand der feierliche Spatenstich statt. (Visualisierung © Swiss Space Sustainability Observatory)

Auf der Uecht gilt es nun ernst: Am 9. September 2019 fand in Niedermuhlern im Kanton Bern der Spatenstich für das Swiss Space Sustainability Observatory (S3O) statt. Der Entwurf für das Bauwerk stammt von Mario Botta.

Zwischen Imihubel und Ratteholz werden schon des Längeren die Sterne beobachtet, Swiss-Architects berichtete bereits darüber. Am gestrigen 9. September 2019 reisten nun über 100 Gäste zum Spatenstich an den geschichtsträchtigen Ort, wo der Pionier und Erfinder Willy Schaerer in den 1960er-Jahren eine Privatsternwarte errichten liess. Ein neues, zu einem grossen Teil unterirdisches Projekt wird nun direkt daneben entstehen. Von dessen guter Verankerung zeugte nicht bloss die Anwesenheit von Architekt Mario Botta, auch «Projektbotschafter» und Altastronaut Claude Nicollier sowie Christoph Neuhaus als Vertreters des Regierungsrats des Kantons Bern waren zugegen.

Das Projekt S3O besteht aus einem 11,5 Meter hohen Beobachtungsturm «im weissen Faltengewand». Unterirdisch sind ein Informationszentrum mit einer Nutzfläche von 640 Quadratmeter, Räumlichkeiten für Workshops und ein 360°-Planetarium mit rund 90 Quadratmetern Bodenfläche angeordnet. Bei letzterem handelt es sich um einen Kuppelraum mit einer Höhe von 14 Metern. Durch Oberlichter, die als Kranz um den Turm herum angeordnet sind, wird Licht in diese Räume dringen, der Zugang erfolgt über eine zentrale Wendeltreppe. Die Projektierungsverantwortlichen müssen jetzt noch eine «letzte Finanzierungsmeile» in Angriff nehmen. Sie erstreckt sich über 2 Millionen Franken, ein Fünftel der Gesamtfinanzierung. Unterdessen sollen die Projektdetails noch verfeinert werden. 

Das kleine Botta-Projekt erinnert ein wenig an die Visionen von Étienne-Louis Boullée. (Visualisierung © Swiss Space Sustainability Observatory)
Grundriss des Untergeschosses und Schnitt durch den Bau (Pläne © Swiss Space Sustainability Observatory)

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