Starchitecture

 Inge Beckel
12. Mai 2017
Dubai, 2012, Blick aus Al Satwa. Bild: Michele Nastasi
Vor bald einmal 20 Jahren wurde im bis dannzumal wenig bekannten Bilbao im baskischen Norden Spaniens ein Museum eröffnet: Frank Gehrys Guggenheim. Ein Meilenstein in der so genannten Starchitecture.
Das Phänomen der Starchitecture jedoch gibt es selbstverständlich nicht erst seit den 1990er-Jahren. Es sind dies sinngemäss Bauten respektive architekonische Zeichen, ja eigentliche Wahrzeichen, die nicht länger für einen spezifischen Ort stehen, sondern als Symbole der Macht, der Repräsentativität oder auch als Symbole einer langer, einflussreichen Kultur als formale Kopie an einen neuen Ort «verpflanzt» werden. Man denke etwa an das Kapitol in Washington, wo schon der Name auf das Vorbild in Rom verweist. Doch haben die Anzahl und die Geschwindigkeit, in der solch architektonsiche Zeichen auf dem Globus «verteilt» wurden und werden, seit 1997 sicherlich zugenommen. So zeigt es etwa das Bild oben: Big Ben in der Wüste. Als weitere exemplarische Nennung sei an jenes Hotel in Las Vegas erinnert, das Venedig mit der Rialtobrücke oder dem Campanile parziell nachgebaut hat.

​Unser Kollege John Hill ist der jüngeren Vergangenheit des Phänomens nachgegangen und hat es anhand zweier Publikationen – The Icon Project: Architecture, Cities, and Capitalist Globalization von Leslie Sklair sowie Starchitecture: Scenes, Actors, and Spectacles in Contemporary Cities von Davide Ponzini und Michele Nastasi – etwas eingehender studiert.

Verwandte Artikel

Vorgestelltes Projekt

Brooks + Scarpa Architects

Southern Utah Museum of Art (SUMA)

Andere Artikel in dieser Kategorie